Klinikverbund investiert 14 Millionen Euro

Neue Betten fürs Ketteler-Krankenhaus

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Offenbach - Gute Nachrichten fürs Ketteler-Krankenhaus: Der katholische Klinikverbund Südhessen (KKSH) hat den Bestand aller Häuser zugesichert und will den Standort Offenbach im Zuge der Sanierung ausbauen. Geplant sind ein Erweiterungsbau und eine Geriatriestation. Von Fabian El Cheikh

Die Angestellten sollen dafür auf eine Lohnerhöhung verzichten. Zirka 14 Millionen Euro will der neue Leiter des Klinikverbunds im Zuge eines umfangreichen Sanierungskonzepts allein in Offenbach investieren. „Damit fahren wir eine klare Wachstumsstrategie am Ketteler-Krankenhaus“, berichtete Gerd Kath gestern auf Anfrage unserer Zeitung.

Noch im Laufe dieses Jahres soll eine neue Geriatriestation mit bis zu 40 Betten eingerichtet werden. Voraussetzung ist, dass das Ketteler-Krankenhaus vom hessischen Sozialministerium den Zuschlag für den letzten freien Geriatriestandort erhält. „Der Antrag liegt zur Genehmigung vor.“ Wie zu hören ist, gibt es positive Signale aus Wiesbaden; bislang fehlt eine solche Station in der Stadt.

Planungen des Verbunds

Zusätzlich soll nach den Planungen des Verbunds die Innere Medizin um zwölf bis vierzehn Betten erweitert werden, auf der Intensivstation sind zwei neue Betten vorgesehen. Geplant ist in diesem Zusammenhang ein Erweiterungsbau, der 2014 kommen soll. „Damit schaffen wir auch neue Stellen für ärztliches und Pflegepersonal.“ Das jetzige Personal soll sich an der Sanierung beteiligen und auf geplante tarifliche Gehaltserhöhungen für dieses und kommendes Jahr verzichten. Details dazu sollen in einer Mitarbeiterversammlung in der nächsten Woche bekannt werden.

Wie aus Kreisen der Belegschaft zu hören ist, scheint es angesichts der Standortsicherung wenig Widerstand gegen diese Pläne zu geben, sei vielmehr eine gewisse Beruhigung eingekehrt angesichts des ursprünglichen Vorhabens, Lohnerhöhungen bis 2015 auszusetzen. Wie berichtet, trägt das Ketteler-Krankenhaus die anderen defizitären Häuser des Verbunds in Bensheim, Lampertheim und Lindenfels mit, gilt es als Geldbringer im katholischen Zusammenschluss, zu dem das Ketteler seit acht Jahren gehört.

„Ausschöpfung aller Rationalisierungsmöglichkeiten“

Wie das Bistum Mainz als Aufsichtsgremium jüngst bekannt gab, sollen durch eine Leistungserweiterung und „Ausschöpfung aller Rationalisierungsmöglichkeiten“ die Häuser wirtschaftlich gesunden. In diesem Zusammenhang ist auch der Ausbau der geriatrischen Versorgung im Marienkrankenhaus Lampertheim vorgesehen. „Wir planen auch dort umfangreiche Investitionen“, so Kath.

An der Investitionssumme für Offenbach beteiligt sich das Land Hessen nach Angaben des KKSH mit zehn Millionen Euro. Die Notwendigkeit ist da, betont der Verwaltungsdirektor des Ketteler-Krankenhauses, Hartmut Gediga: „Der Aufnahmedruck in der Inneren Medizin ist sehr groß, 2012 hatten wir eine enorme Leistungssteigerung.“ Zuletzt hat das Krankenhaus den eigentlichen Versorgungsauftrag nicht immer erfüllen können, da es an Betten mangelte.

Investionen in Offenbach

Die Investionen in Offenbach stellen für den Verbund eine Flucht nach vorn dar. Wie der Mainzer Generalvikar Dietmar Giebelmann betont, werden für die südhessischen Häuser weiter Partner gesucht. Das Ketteler soll im Zuge gesellschaftsrechtlicher Umstrukturierungen als einziges direkt im Verbund weiterbestehen, die anderen Krankenhäuser als 100-prozentige Töchter in eine eigene gemeinnützige GmbH ausgegliedert werden.

„Damit wollen wir verhindern, dass die anderen Häuser das Offenbacher stören“, bestätigt Kath mit Blick auf die finanzielle Situation der zumeist kleineren südhessischen Kliniken. „In Offenbach spürt man den christlichen Geist, das Haus wird von den Patienten sehr gut angenommen und ist medizinisch sehr gut aufgestellt.“

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