Kettenreißer wieder unterwegs

Offenbach (mcr) - Ein paar Tage hat er stillgehalten und in manchem die Hoffnung genährt, dass es dem „Kettenreißer“ endlich zu gefährlich geworden ist, alten Damen den Goldschmuck vom Hals zu zerren.

Aber jetzt hat er doch wieder zugeschlagen - und auch gleich die Frage aufgeworfen, wie vielen Phantomen die Polizei eigentlich nachjagen muss. Denn der Räuber, der am Donnerstag in der Ostpreußenstraße eine Seniorin überfiel, war nicht alleine.

Es war die klassische Situation: Die 71-Jährige war um 16.45 Uhr zu Fuß unterwegs, als ihr ein etwa 18 Jahre alter Unbekannter plötzlich die Halskette wegriss und losrannte. Die Frau schrie um Hilfe. Doch ein schätzungsweise 20-Jähriger mit dunklem Haar und kräftiger Statur, der auf der anderen Straßenseite stand, dachte nicht mal ans Helfen, sondern verriet sich als Komplize. Er flüchtete mit dem schmalen, dunkel gekleideten und der Beschreibung nach mittelblonden Haupttäter in Richtung Neusalzer Straße.

Also zwei Kettenreißer oder ein paar Trittbrettfahrer oder eine ganze Bande? Polizeisprecher Josef-Michael Rösch gibt sich bedeckt, verweist auf ermittlungstaktische Gründe, die immer dann zitiert werden müssen, wenn die Fahnder noch einen Trumpf im Ärmel haben. Das war vor einigen Wochen, als der Kriminelle beinahe im Akkord räuberte, auch schon so gewesen. Damals hatte sich Polizeipräsident Roland Ullmann optimistisch gezeigt, dass der Ganove bald geschnappt ist. Gleichzeitig hatte der Präventionsrat Frauen geraten, ihr Geschmeide nicht offen zu tragen. Ein Tipp, der weiterhin gelten muss.

Rubriklistenbild: © Tommy S./pixelio.de

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