Sponsoring-Vertrag von OFC und Stadtwerken

„Zusamme schaffe mers 2.0“

Offenbach - Es ist einer der Leitsprüche des krisenerprobten Traditionsvereins vom Bieberer Berg: „Zusamme schaffe mers. “ Jetzt wird die Losung auf die nächste Ebene gehoben. Stadtkämmerer Peter Freier bezeichnet es als „Zusamme schaffe mers 2.0“.

Es steht für eine neue Zusammenarbeit des OFC mit einer städtischen Gesellschaft. Der OFC ist seit 117 Jahren und vielen Generationen fest in den Herzen und Köpfen der Menschen in Stadt und Kreis verankert. Der Fußballclub gilt als einer der bekanntesten Imageträger der Stadt am Main. Bereits im vergangenen Jahr haben sich die Kickers mit der Kampagne „Kult sind wir“ den Werten Gemeinschaft, Tradition, Zusammenhalt, Inklusion und Jugendförderung verpflichtet – und damit auch dem Engagement für ihre Heimatstadt. Jetzt sind die Verantwortlichen des Regionalligisten, Geschäftsführer Christopher Fiori und Präsident Helmut Spahn, auf Peter Walther, Geschäftsführer der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH, zugegangen, um Ideen vorzustellen, wie der OFC als positiver Botschafter für die Stadtwerke-Unternehmensgruppe und damit für Offenbach wirken will.

Oberbürgermeister Felix Schwenke: „Offenbach ist im Aufwind. Diese positive Entwicklung und Imageverbesserung wollen wir dauerhaft erhalten. Zugleich darf bei all dem Wandel das Heimatgefühl nicht verloren gehen. Die Kickers gehören wie die Stadtwerke-Unternehmensgruppe zu Offenbach und prägen für viele Bürger seit Jahrzehnten das persönliche Lebensgefühl und die Lebensqualität. Als Botschafter tragen sie mit ihrem Namen zudem beides weit über das Rhein-Main-Gebiet hinaus in die Welt. Kickers und Offenbach - das gehört zusammen und das wollen wir auch gemeinsam zeigen.“

Ergebnis ist ein Sponsorenvertrag zwischen der Stadtwerke Holding und den Kickers. Das bedeutet: Die SOH wird zwei Jahre lang Top-Partner des Regionalligisten. Grundlage des Vertrags ist das Vorhaben der OFC GmbH und der Lizenzspielermannschaft, sich für die Stadt Offenbach und ihre Bürger „überzeugt und authentisch“ zu engagieren und für die Heimatstadt ihres Traditionsclubs zu werben. Die vielfältige Lebens- und Bevölkerungswirklichkeit Offenbachs bietet hierfür etliche Anknüpfungspunkte, „die zum Image der Kickers gleichermaßen passen wie zum Image und der Identität Offenbachs sowie dem Engagement und der Wertschöpfung ihrer kommunalen Dienstleistungsgruppe“, heißt es in einer Mitteilung.

Stadtkämmerer Peter Freier: „Fußball und der OFC leisten das, was Sport idealerweise tun kann: Menschen verbinden - jenseits von Herkunft, Alter und sozialem Status. Deshalb befürworten wir das Engagement der Stadtwerkegruppe und die damit einhergehende deutlich stärkere Einbindung des OFC in die Stadt und ihre Vereine. Mit der Partnerschaft verbinden wir zugleich die Hoffnung, dass diese von weiteren Sponsoren als Signal für eine positive Zukunft des OFC wahrgenommen wird.“

Wird da etwa eine ständige Forderung der Fanszene verwirklicht? Vor gut fünf Jahren zogen mehr als 600 Fans durch die Innenstadt – in rot-weiß und etlichen Plakaten. Vorneweg der fragende Banner: „Kickers ist Offenbach - ist Offenbach Kickers.“ Zudem zu lesen: „Eine Stadt, ein Verein.“ „Die stadst braucht Profil.“ „Hotte, haste ma’ ne Mark?“ Es war der 11. Mai 2013, Stunden vor dem letzten Heimspiel in der 3. Liga (!) mit der damaligen sportlichen Rettung. Die Fans fordern seinerzeit von der Stadt, die Miete für das Stadion zu senken.

OFC-Präsident Helmut Spahn: „Ich freue mich sehr über die künftig noch engere Zusammenarbeit mit der Stadt. Dies ist ein weiterer Meilenstein für eine erfolgreiche Zukunft, von der beide Seiten nachhaltig profitieren werden. Mein Dank gilt allen Beteiligten für das herausragende Engagement und das dem OFC entgegengebrachte Vertrauen. Nur gemeinsam sind wir stark. Wir werden alles dafür tun, um eine erfolgreiche Saison zu spielen und das positive Image des OFC und der Stadt auch über die Grenzen der Region zu tragen.“

Ein Ruf, dem die Politik nie so recht gehorchen wollte, dem nun aber mit einem zeitlichen Abstand wohl ein städtisches Tochterunternehmen folgt. Es passt in die Aufbruchstimmung, die - auch das gab es oft - am Bieberer Berg verkündet wird. Der Aufstieg in die 3. Liga ist das ausgegebene Saisonziel. „Bei der neuen Aufstiegsregelung kann es für mich natürlich nicht das Ziel geben, Zweiter zu werden, sondern Erster“, hatte es Helmut Spahn in einem großen Interview mit unserer Sportredaktion verkündet.

Die Mannschafts- und Spielerfotos von Kickers Offenbach

Und was sagt die andere Seite? „Wir sind uns unserer Verantwortung für die Bürger dieser Stadt bewusst und engagieren uns deshalb weit über unsere Pflichtaufgaben hinaus, indem wir zahlreiche sportliche, kulturelle und soziale Projekte unterstützen“, betont SOH-Geschäftsführer sagt Peter Walther. Der Sponsoringvertrag mit dem OFC passe sehr gut zu dieser Ausrichtung. „Wir sind überzeugt davon, dass der OFC mit seiner Mannschaft als positiver Markenbotschafter viel für Offenbach und unsere Unternehmensgruppe tun kann.“

In den kommenden beiden Spielzeiten wird die komplette Lizenzmannschaft an verschiedenen Veranstaltungen und Anlässen der Unternehmensgruppe und der Stadt teilnehmen und unter anderem auch für Autogrammstunden zur Verfügung stehen. Weiter vorgesehen sind Foto-Shootings, die aktive Teilnahme an Integrationsprojekten der Stadt, Freundschaftsspiele mit Offenbacher Fußballvereinen sowie weitere Werbemöglichkeiten.

„Wir wollen künftig einen noch engeren Schulterschluss mit der Stadt Offenbach suchen und sehen uns als eines der sportlichen Aushängeschilder der Stadt. Die neue Partnerschaft ist für den OFC eine werthaltige und wir möchten dies den Menschen in der Stadt bei vielen Gelegenheiten zurückgeben“, erläutert OFC-Geschäftsführer Christopher Fiori. (mk)

Rubriklistenbild: © dpa

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