Bangen um die Lizenz

OFC zittert bis zur letzten Minute

+
Werben für den OFC-Benefizabend in der Stadthalle (von links): Oberbürgermeister Horst Schneider, Organisator Bernd Reisig, Vizepräsidentin Barbara Klein und Präsident Frank Ruhl.

Offenbach - „Kichern für die Kickers“heißt eine Benefizveranstaltung für den OFC, welche den Start weiterer Unterstützungsaktionen markieren soll. Zuvor gilt es jedoch, bis zum nächsten Dienstag die Lizenzbedingungen des DFB zu erfüllen. Ob das gelingt, ist noch offen. Von Matthias Dahmer

War’s beim Klinikum die Rettung vor der Pleite in letzter Minute, so könnte es beim OFC eine in der allerletzten Sekunde werden. Fest stand bis gestern Mittag nur: Bis zum kommenden Dienstag, 11.30 Uhr, müssen die Kickers die Lizenzierungsunterlagen für die dritte Liga beim DFB abgegeben haben. Das mehrstufige Rettungsverfahren, an dem noch immer mit Hochdruck gearbeitet wird, ist kompliziert. Im Spiel sind einerseits zwei Banken und das Land, andererseits die Gläubiger der Kickers GmbH.

Stundung und Altschuldenverzicht gewünscht

Der Stadt Offenbach beziehungsweise ihre Stadiongesellschaft SBB werden bis zum Dienstag gleich zwei Entscheidungen zur Rettung des OFC abverlangt: Zum einen geht es um die Stundung der Stadionmiete von 525.000 Euro pro Jahr; zum anderen ist ein Altschuldenverzicht von mindestens einer halben Million Euro denkbar. Während die Stundung mit der Landesbürgschaft steht und fällt, dürfte für die Stadt ein Erlass der Altschulden nur in Frage kommen, wenn alle Gläubiger verzichten.

Für den morgigen Freitag sind Sondersitzungen des SBB-Aufsichtsrats und des Magistrats vorgesehen. Am Montag müsste im Fall positiver Entscheidungen dieser beiden Gremien das Stadtparlament über die Kickers-Hilfen abstimmen. Während eine mögliche Stundung wegen der verzinsten Rückzahlung den städtischen Haushalt nicht dauerhaft belastet, betrifft ein Altschuldenverzicht den Etat und damit die Vereinbarungen zum Rettungsschirm des Landes. Will heißen: Bei einem Gläubigerverzicht hätte der Regierungspräsident als Aufsichtsbehörde das letzte Wort.

Finanzieller D-Day am kommenden Dienstag

Auf dem Bieberer Berg sind gestern alle voller Hoffnung, dass es mit der Rettung klappen wird. Fragen dazu sind bei einer kurzfristigen anberaumten Pressekonferenz indes nicht erwünscht. Dafür verkündet man die Botschaft, dass auch nach dem finanziellen D-Day am kommenden Dienstag mit Unterstützung zu rechnen ist: „Kichern für die Kickers“ heißt eine Benefizveranstaltung am Montag, 26. August, in der Stadthalle, welche der ehemalige FSV-Manager Bernd Reisig auf die Beine gestellt hat. Besucher erleben ab 19 Uhr für einen Eintrittspreis von 39 Euro die Comedians Bodo Bach, Martin „Maddin“ Schneider und Johannes Scherer, Sänger Markus („Ich will Spaß“), Magier Nicolai Friedrich sowie das Darmstädter Kikeriki-Theater und Gerdas kleine Weltbühne aus Mühlheim. Der Kartenvorverkauf läuft ab nächsten Mittwoch, 29. Mai.

So feiert der OFC den Klassenerhalt

So feiert der OFC den Klassenerhalt

Weil alle Künstler auf Gage verzichten, rechnet Bernd Reisig bei vollem Haus mit einem Reinerlös zugunsten des OFC von zirka 200.000 Euro. Hinzu kommen Sponsoren, die weitere 50.000 Euro in die Kickers-Kasse spülen sollen. Letztlich ist ein nicht genannter Betrag aus TV-Rechten eingeplant, welche die Akteure auf der Bühne ebenfalls für den OFC abtreten.

Die Kickers seien nun mal ein besonderer Verein, der in die Region gehöre, begründet Medienmanager Reisig seine Unterstützung. Oberbürgermeister Horst Schneider, zusammen mit Landesvater Volker Bouffier Schirmherr, dankt dem „Bornheimer Bub“ Reisig für sein Engagement und sieht in der Veranstaltung ebenso wie OFC-Präsident Frank Ruhl ein Beispiel für die Solidarität in der Region. „Jede Sondereinnahme, die wir erzielen können, ist sehr wichtig für die Sanierung des Clubs“, betont der Vereinspräsident.

OFC: Protest der Kickers-Fans

Stiller Protest der Kickers-Fans

Rund 80 Fans der Offenbacher Kickers forderten am Rande der Stadtverordnetenversammlung Offenbach die Unterstützung der Stadt zur Rettung des OFC ein. Die Initiatoren des Offenbach Supporters Club sparten dabei nicht mit Kritik an den Kommunalpolitikern.

Zum Video

Kommentare