Kickers suchen Plasmaspender für Wiederaufbau der Flutlichtmasten

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Mehr als Probeliegen war am ersten Aktionstag für da Costa noch nicht drin. Viele Fans registrierten sich aber schon für die Plasmaspende.

Offenbach - Es gibt Fans der Offenbacher Kickers, die geben einfach alles, um ihre Flutlichtmasten auch im neuen Stadion zu sehen. Von Bettina Link

Für den Wiederaufbau der einstigen Wahrzeichen des Bieberer Bergs kämpfen sie mit allem Herzblut – und das können sie jetzt auch buchstäblich hergeben. Nachdem sie eine Spenden-Kooperation mit dem Namensgeber des Stadions, der Sparda-Bank, in Gang gesetzt haben, lassen sich Fans jetzt für die „Offenbacher Eiffeltürme“ anzapfen.

Mit dem CSL Plasmacenter in der Lilistraße hat die Interessengemeinschaft Stadionbau e.V. (IGS) am Mittwoch die Aktion „Dein Blut für die Masten“ gestartet.

Kickers-Fans und sonstige Freunde der ehedem markanten Flutlichtanlage, die sich bei dem kommerziellen Sammler von ihrem Blutplasma trennen, können ihre Aufwandsentschädigung für den Wiederaufbau der Flutlichtmasten stiften.

Blutstropfen auf den heißen Stein

Das wirkt freilich wie Blutstropfen auf den heißen Stein: 130.000 Euro soll die Wiedererrichtung eines Mastes kosten. Den Eifer der IGS schmälert nicht, dass die Masten keine Funktion mehr haben werden. Christian Reif, der die Aktion mit den Plasmaleuten initiiert hat: „Wir wollten etwas Auffälliges machen, um wieder auf unser Anliegen aufmerksam zu machen.“ Mit der Plasmaspende könnten Fans „das Nützliche mit dem Sozialen verbinden“. Zwei Fliegen seien mit einer Klappe geschlagen: Aus dem gespendeten Plasma werden lebensrettende Arzneimittel hergestellt, das Geld, das durch die Aufwandsentschädigungen zusammenkommt, rettet die Flutlichtmasten.

Bis Mittwochabend ließen sich bereits 40 Kickers-Fans für eine Blutplasmaspende registrieren, berichtet Jutta Jonda von CSL Plasma. Gleich Spenden geht nicht: Wie bei jedem Erstspender der Fall, dürfen auch Masten-Anhänger ihr Blut erst nach einer ärztlichen Voruntersuchung frühestens ab nächster Woche abgeben. Aleksandr Fabian, Marketing-Manager der CSL Plasma, kündigt an: „Die Entschädigung orientiert sich an der Menge des entnommenen Plasmas, da legen wir so viel drauf, dass jeweils mindestens 25 Euro in die Aktion fließen.“

„Aufwandsentschädigung fließt in den Wiederaufbau“

Für Fans wie Manuela Schmidt ist völlig klar: „Meine Aufwandsentschädigung fließt auf jeden Fall in den Wiederaufbau“. Sie hoffe, dass auf diesem Weg einiges zusammen komme, denn auch sie wünsche sich die „Wahrzeichen des Stadions“ zurück.

Zum Auftakt der Aktion haben die Kickers drei ihrer Spieler in die Lilistraße entsandt. Doch das Trio tut sich sichtlich schwer, ihr Blut so bereitwillig zu geben wie ihre Fans. Während die Fans des Fußballvereins ohne mit der Wimper zu zucken den Einstich der Nadel ertragen, ziert sich Elton da Costa doch sehr. „Ich habe Angst vor der Spritze“, gibt der Kapitän zu und erkundigt sich erstmal nach der Größe der Kanüle.

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Auch seine Mannschaftskollegen Jannik Sommer und André Hahn schauen sich die Spendeaktion vorerst mit Sicherheitsabstand an. Immerhin kann Christian Reif die Profis zu einer Spender-Vorbesprechung überreden. Elton da Costa testet schon einmal den Komfort der Liegen und lässt den Ablauf einer Plasmaspende an sich demonstrieren. Aber ohne Spritze. Noch bis Ende November können Fans ihre Entschädigung in die Spendenbox „The Show MAST go on“ werfen.

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