700 Kilogramm weniger Müll

+
Auch viele Familien mit Kindern und Vertreter der Ahmadiyya-Gemeinde befreiten am Wochenende die Stadt von Unrat und Müll.

Offenbach - Achtlos weggeworfene Verpackungen, Zigarettenstummel und zerknülltes Papier sind ein Anblick, der im öffentlichen Raum deutscher Städte an der Tagesordnung ist. Von Alexandra Bauer

Die meisten Menschen fühlen sich dadurch gestört, aber im Bewusstsein vieler ist die ordnungsgemäße Entsorgung solcher Kleinabfälle noch immer nicht angekommen.

Am Samstag fanden sich wieder fleißige Helfer am Rathausbrunnen ein, um bei der Aktion „Sauberhafte Stadt“ gemeinsam aufzuräumen. Dutzende waren vor Ort, darunter auch Familien mit Kindern und Vertreter der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde, die die Aktion befürwortet und seit Jahren beim Frühjahrsputz präsent ist. Der jüngste Teilnehmer war der erst dreijährige Noah, dessen Herz für den Eigenbetrieb der Stadt Offenbach (ESO) schlägt und bereits genau darüber informiert ist, was ein Kehrfahrzeug tut und wie es aussieht.

Weitere Termine zum Großreinemachen sind der „Sauberhafte Schulweg“ am 26. Juni in Zusammenarbeit mit Offenbacher Schulen sowie der „Sauberhafte Kindertag“ am 12. September mit Kindergärten und Kindertagesstätten. Zum „Sauberhaften Geschäftstag“ am 12. Oktober ruft der ESO Geschäftsinhaber auf. Kontakt: Oliver Gaksch (069/8065-2424, Mail: oliver.gaksch@eso-of.de)

Mit Handschuhen, Zangen und Mülltüten bewaffnet, zog der Trupp zum Mainvorgelände, das nach Aussage von ESO-Sprecher, und Koordinator der Aufräumaktion, Oliver Gaksch, als Sorgenkind in Sachen Müllablagerung gilt. Andere Gruppen waren an diesem Tag unter anderem im Dreieichpark sowie in der Siedlung Waldhof unterwegs. Die Bürgeler Stadtteilinitiative „Pro Bürgel“ wird in zwei Wochen dem guten Beispiel folgen. Die Bürger zu mobilisieren und die Stadt sauberer zu machen, ist Ziel der Aktion „Sauberhafte Stadt“.
Diese richtet sich an alle hessischen Kommunen und bringt die Teilnehmer miteinander in Wettbewerb. Offenbach ist nun im dritten Jahr mit von der Partie. „Zu einem zweiten Platz hat es auch schon einmal gereicht“, berichtete der Schirmherr und Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß stolz. Bereits in den Jahren zuvor hatte der ESO regelmäßig zusammen mit Schulen und Kindertagesstätten zum großen „Hausputz“ aufgerufen und damit beträchtlichen Erfolg gehabt.

„Je früher man das Bewusstsein für dieses Thema schärft, desto mehr kann man langfristig erreichen“, ist Oliver Gaksch überzeugt. Dass dies schon etwas gebracht hat, vermutete der ESO-Disponent Fabio Messena, der vorsichtig von einem „leichten Positivtrend“ der vergangenen Jahre sprach, was den Rückgang der wilden Ablagerung von Abfällen betrifft. Insgesamt sechs Tonnen Müll hat man sich in den letzten Jahren durch Bürgerengagement vom Halse schaffen können – allein um die 700 Kilogramm sind in diesem Jahr durch das beherzte Anpacken von zirka 400 Helfern zu erwarten.

Mehr zum Thema

Kommentare