Kilometerlange Umwege

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Die wichtigste Verbindung zwischen Offenbach und dem Frankfurt-Osten, besonders dem Stadtteil Fechenheim, ist für elf Tage gekappt. Je nach Startort und Ziel bieten sich zwei Alternativen an: Der Umweg über Kaiserleikreisel - und -brücke oder die Rumpenheimer Fähre, die sich besonders anbietet, wenn es nach Maintal oder Hanau gehen soll.

Offenbach - (tk) Kurz und komplett in den Ferien statt nur halbseitig und viel langwieriger: Die Carl-Ulrich-Brücke zwischen Offenbach und Fechenheim wird von Montag, 13. Juli, 6 Uhr, bis Freitag, 24. Juli, 20 Uhr, von keinem Auto zu befahren sein.

Eine Teilsperrung in wechselnder Richtung hätte einen weitaus längeren Zeitraum mit Verkehrsbehinderungen bedeutet, sagt David Meyer, Projektleiter beim Ingenieurbüro Schüssler Plan, das für die Stadtwerke die Hafenerschließung steuert.

Die Umwandlung des Hafens zum Wohn- und Gewerbegebiet Mainviertel steckt hinter der aktuellen Sperrung der Carl-Ulrich-Brücke: Zum einen wird in den kommenden Tagen auf dem gesamten Areal nach Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht - der Norden Offenbachs war bevorzugtes Abwurfgebiet. Bei den bevorstehenden Erdarbeiten will man sich möglicherweise explosive Überraschung ersparen.

Die „Vorlandbrücke“ wird abgerissen: Unter ihr verliefen einst die Schienen der Hafenbahn.

Zum anderen wird der gesamte Knotenpunkt mit der Zufahrt zum Nordring umgebaut. Kern der Maßnahme ist die Absenkung des gegenwärtigen Niveaus der Straße, die auf einer Art Damm liegt. Das ist möglich, weil die so genannte Vorlandbrücke abgerissen wird. Die Betonkonstruktion war wegen der schon lange nicht mehr betriebenen Hafenbahn nötig gewesen. „All das wäre schwierig gewesen bei teilweise laufendem Verkehr, wir haben dann sechs bis acht Bagger in Betrieb“, erläutert David Meyer.

Fußgänger sind von der Sperrung nicht betroffen. Die Treppenaufgänge und der Fußweg bleiben benutzbar. Radler, die über die Brücke wollen, können eine Treppenrampe benutzen. Am Mainufer selbst steht bereits der neue Streckenabschnitt der Regionalparkroute über das Hafenareal zur Verfügung.

Informationen über geänderte Fahrpläne gibt es auf der RMV-Homepage  oder Tel.: 01805 7684636.

Autofahrer, besonders Pendler von und nach Fechenheim, müssen kilometerweite Umwege über den Kaiserleikreisel oder die Rumpenheimer Fähre in Kauf nehmen. Betroffen sind auch Busse: Die Linie F41 verkehrt während der Umleitung nur zwischen den Frankfurter Haltestellen Leonhardsgasse und Carl-Benz-Straße Süd. Die zwischen Bad Vilbel und Offenbach verkehrende Linie 551 endet während der Bauzeit am Kaiserlei. Eine Umsteigemöglichkeit wird an der Frankfurter Haltestelle „Hugo-Junkers-Straße“ eingerichtet. Nicht angefahren werden von beiden Linien die Offenbacher Haltestellen Theater/Messehallen, Rathaus, Marktplatz und Hauptbahnhof. Die Nachtlinien N62 und N63 fahren während der Sperrung nicht im Ringverkehr, sondern pendeln zwischen Frankfurt und Offenbach.

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