Kinder- und Jugendfarm

Eine richtige Ponderosa

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Hier lässt es sich gut Pony sein: Das neue Gelände der Kinder- und Jugendfarm bietet viel Platz für Mensch und Tier.

Offenbach - Ponyschnauben, eine grüne Wiese, gemütliche Holzhäuser. Ohne den Lärm der Flugzeuge und Rasenmäher wäre die Naturidylle mitten in der Großstadt nahezu perfekt. Von Veronika Szeherova

Die neue Kinder- und Jugendfarm an der Buchhügelallee wurde gestern offiziell übergeben – samt Schlüsselkuchen. „Eine richtige Ponderosa“, stellte Oberbürgermeister Horst Schneider anerkennend fest.

9300 Quadratmeter Fläche stehen den jungen Farmbesuchern künftig zur Verfügung, das neue Gelände ist somit gut 2300 Quadratmeter größer als die alte Wirkungsstätte an der Rheinstraße. Der Farmvorstand Simon Isser freut sich über einen großen Qualitätssprung: „Viele Kleinigkeiten machen uns das Leben leichter. Wir haben endlich Wasserleitungen in den Ställen, so dass wir nicht mehr Eimer für die Ponys schleppen müssen, wir haben Außensteckdosen – und eine Heizung!“

Das Gefühl, das erste Mal dort gestanden und die neue Farm gesehen zu haben, sei toll gewesen. „Seit 2003 hatten wir es in der alten Gärtnerei immer im Hinterkopf, dass wir wegmüssen“, erzählt Isser. „Hier können wir uns ganz der eigentlichen Arbeit mit den Kindern widmen.“ Gerade mal vier Monate sind seit dem Baubeginn vergangen. Zuständig für die Planung und Ausführung des Projekts ist die SOH-Tochter OPG. Geschäftsführerin Daniela Matha betont, im Zeit- und Geldbudget geblieben zu sein. Obwohl die Umsetzung gerade anfangs nicht einfach gewesen sei. So sieht es auch die Schirmherrin und frühere Bürgermeisterin Birgit Simon: „Wir haben viele Jahre mit der Umzugsfrage zu tun gehabt, haben mit der OPG den Buchhügel von oben nach unten durchgewandert, bis wir ein passendes Gelände gefunden haben.“

Stück Freiheit und Naturerlebnis für Stadtkinder

Es sei keine Kleinigkeit gewesen, den früheren Acker in den jetzigen Zustand zu bringen. „Dank der Kinder- und Jugendfarm erobern Stadtkinder ein Stück Freiheit und Naturerlebnis zurück“, lobt OB Schneider. Er hofft, dass sich auch im Nordend, dem Stadtteil mit der größten Verdichtung, Fläche für ein ähnliches Projekt findet.

Die reinen Baukosten für die neue Farm beliefen sich auf 700.000 Euro. Das Offenbacher Architekturbüro Pielok Marquardt entwarf die beiden aus hellem Holz erbauten Gebäude – ein Farmhaus mit Aufenthaltszone, Toiletten, Büro und Haustechnik sowie das Stallgebäude mit Boxen für die fünf Ponys, Sattel- und Futterkammer und einer Werkstatt. Das weitläufige Gelände ist bis auf das Freiluft-Klassenzimmer noch recht leer, doch das soll sich nach und nach ändern. Geplant ist eine Koppel zum Reiten und Streicheln der Ponys und eine Feuerstelle samt Lehmofen für das beliebte Stockbrotbacken. Umziehen sollen auch das Hüttendorf mit Bauwagen und der Kaninchenstall. „Bislang fehlt die ganze Inneneinrichtung, die Küche muss noch rein, und wir bekommen Möbelspenden“, sagt Isser.

Daher sind die Ferienspiele noch komplett auf dem alten Farmgelände. Auf die neue Farm kommen die Kinder nur stundenweise an einigen Tagen – so wie gestern. „Wir versuchen, uns bei der Gestaltung des neuen Geländes nach ihren Wünschen zu richten“, so der Farmvorstand. Nach den Sommerferien beendet die Kinder- und Jugendfarm mit einem Fest und einer symbolischen Schließung den regulären Betrieb am alten Standort, um die letzte Umzugsetappe zu bewältigen. Am 3. Oktober geht es endgültig los auf dem neuen Gelände, das vom alten nur etwa 500 Meter entfernt ist. Und dann wird nochmal kräftig gefeiert.

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