Einsatz für Belange der jüngeren Bewohner der Stadt

Kinder- und Jugendparlament: Mitgestalten wie die Großen

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Das Kinder- und Jugendparlament hat bei seiner jüngsten Vollversammlung auch über die Ausstattung von Spielplätzen diskutiert. Mit Erfolg: Bei der Gestaltung der neuen Spielmöglichkeiten im Nordend wird das KJP mit einbezogen.  

Offenbach - Vorbild sein, Denkanstöße geben und die eigene Umgebung mitgestalten: Die jungen Politiker des Kinder- und Jugendparlaments (KJP) haben Ideen und möchten diese auch umgesetzt sehen. Der Austausch mit den „Großen“ ist daher unbedingt gewünscht.

Dass dieser Austausch stattfindet, wurde bei der zweiten Vollversammlung des neukonstituierten KJP deutlich, an der auch Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber und Dezernent Paul-Gerhard Weiß teilnahmen. Und wie bei den „Großen“ muss sich auch der siebköpfige Vorstand des Jugendparlaments an die Regeln des Politikbetriebs halten: Nach der Begrüßung wird zuerst die Beschlussfähigkeit des Gremiums festgestellt. Die dreizehn Punkte umfassende Tagesordnung hatten die Jugendlichen bereits im Vorfeld erarbeitet. Konkrete Ergebnisse gab es bereits am Ende der Sitzung: So wird das KJP mit bei der Gestaltung neuer Spielmöglichkeiten im Nordend einbezogen.

Der vierzehnjährige Muhammed Simsek ist seit dreieinhalb Jahren im KJP aktiv, jetzt nimmt er erstmals als Vorstand teil: „Ich will mich politisch engagieren und die Stadt mitgestalten.“ Außerdem, meint der Gymnasiast, habe die Gruppe einen guten Einfluss auf Gleichaltrige, indem sie ihnen Denkanstöße gibt. Aber auch die Erwachsenen könnten von den Ideen der Jungen profitieren. Das findet auch Ayman Al Kayed, der in dieser Legislaturperiode zum ersten Mal im Vorstand dabei ist. Für ihn sei es allerdings der Sprung ins kalte Wasser gewesen, berichtet der aus Jordanien stammende Junge, der die achte Klasse der Mathildenschule besucht: „Ich will mit daran arbeiten, dass sich Kinder hier wohlfühlen.“ Nicht zuletzt: Wer könnte die Wünsche und Bedürfnisse der jungen Generation besser vertreten als sie selbst? „Für die Stadt ist es gut, dass es das KJP gibt.“

Für die Politik sei es eine Pflicht, sie anzuhören, betont Dezernent Paul-Gerhard Weiß: „Die Kinder und Jugendlichen wollen mitgestalten und sie haben natürlich eine enorme Kompetenz da, wo es um ihre Belange geht.“ Zum Beispiel beim Thema Spielplätze und deren Aufenthaltsqualität. Damit beschäftigt sich auch der Antrag „Mitbestimmen beim Aussuchen neuer Spielgeräte“, den das KJP auf den Weg gebracht hat.

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Beverly Brafi engagiert sich seit 2009 im KJP und ist seit 2013 im Vorstand. Ein paar Etappensiege habe man schon verbuchen können, berichtet die achtzehnjährige Ghanaerin, die die 12. Klasse des Leibnizgymnasiums besucht, und zählt den Kulturpass, den Fitnesspark und jetzt eben die Mitbestimmung bei Spielgeräte auf. Die sind der neunjährigen Dunja Dakujk eine Herzensangelegenheit. Die Viertklässlerin wünscht sich bessere Spielplätze und insgesamt mehr Sauberkeit. „Die Kinder sollen an ihre Zukunft denken und nicht so viel Dreck machen“, ergänzt die elfjährige Nilab Inal. Beide sind zum zweiten Mal bei einer Sitzung des KJP dabei und finden Politik machen „ganz spannend“.

Den Grußworten von Schirmherr Stephan Färber und Dezernent Weiß folgten der Bericht des Vorstands, ein Bericht über das Hessische Netzwerk für Jugendpartizipation und einer über den Besuch im Hessischen Landtag in Wiesbaden. Nach der Vorstellung des Jugendforums berichtete die Kinderfraktion über ihre Aktivitäten. (pso)

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