Kinder aus dem Wasser gefischt

Offenbach - Abgesehen vom aufblasbaren Rund im heimischen Garten ist Badespaß für die Jüngsten in Offenbach derzeit nur schwer zu bekommen: Das Planschbecken im Bad auf der Rosenhöhe, dem einzigen Schwimmbad der Stadt,. ist gesperrt. Von Katharina Hempel

Fliesen haben sich abgelöst, wann, wie und ob überhaupt repariert wird, ist offen, heißt es bei der finanzschwachen Kommune.

Das hat in der nun beginnenden Hochsaison Folgen: Das ohnehin unter Personalmangel leidende Bad-Team hat am Nichtschwimmerbecken noch mehr zu tun. „Eltern bringen ihre Kleinkinder jetzt ins Nichtschwimmerbecken, lassen sie dann aber teilweise ohne Aufsicht planschen. Wir haben am Pfingstwochenende bestimmt sechs kleine Kinder aus dem Wasser gefischt, die kurz vorm Ertrinken waren“, berichtet Frank Schüler vom Badpersonal.

„Wir kommen nicht oft hierher, aber jedes Mal ist das Planschbecken gesperrt“, bedauert Ellen Kubitschek. Die Mutter beobachtet vom Rand des Nichtschwimmerbeckens aus ihre drei Töchter im Wasser. Ganz dicht steht sie bei ihrer jüngsten Tochter, die am Beckenrand entlang krabbelt, sich hinsetzt und mit ihren Sandförmchen Wasser schöpft. „Auf der obersten und der zweiten Treppenstufe darf sie planschen, aber dann stehe ich immer wie ein Schutzengel hinter ihr. Wenn dann die Schulkinder hier toben, muss ich sie aus dem Wasser nehmen.“

Keine Familien im Schwimmbad auf der Rosenhöhe

Viele Familien besuchen auch gar nicht erst das Schwimmbad auf der Rosenhöhe. Sie weichen auf Bäder in der Umgebung aus. Kassiererin Traudel Wendling: „Die Leute rufen vorher an, fragen nach und gehen dann woanders hin. Ohne Planschbecken gibt es hier nicht viel für kleine Kinder.“

Im Fenster ihres Kassenhäuschens klebt ein weißes Schild mit der Aufschrift „Heute ist das Planschbecken geschlossen“. Dass „heute“ eigentlich „immer“ meint, ärgert manche Badegäste. Traudel Wendling:„Sie wollen keinen Eintritt zahlen oder beschimpfen uns. Wir an der Kasse müssen es ausbaden.“

Jürgen Weil, Leiter des städtischen Sportamts, verweist auf ein Gespräch am kommenden Freitag mit der Vereinsspitze des Ersten Offenbacher Schwimmclubs, der das Bad betreibt. Dabei sollen alle drängenden Probleme besprochen werden. Darunter auch die Personalsituation und die Zukunft des Planschbeckens. Für Weil ist klar: „Das muss alles in einem Gesamtkonzept gelöst werden.“

Rubriklistenbild: © Symbolbild/Pixelio.deStephanie Hofschläger

Kommentare