Noch 176 Krippenplätze

Offenbach - Nächste, sicher aber nicht finale Etappe der Aufholjagd in Sachen Kinderbetreuung: In Offenbach sollen bis Ende 2013 insgesamt 176 zusätzliche Krabbelstubenplätze entstehen. Von Marcus Reinsch

Gelingt das, gäbe es alles in allem 1298 Plätze - genug, um 35 Prozent der mehr als 3700 unter Dreijährigen in der Stadt einen anbieten zu können.

Diese Versorgungsquote hat der Gesetzgeber den Kommunen als Mindestmaß vorgegeben. Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Birgit Simon und Hermann Dorenburg, Chef des Jugendamtes und des Eigenbetriebs Kindertagesstätten Offenbach (EKO), rechnen bei den sogenannten U3-Plätzen allerdings eher mit einem tatsächlichen Bedarf von 45 Prozent der Offenbacher im entsprechenden Alter. Das wären dann weitere 371 und insgesamt 1669 Plätze - unterm Strich wohl ein stabiler Puffer, um den ab Mitte 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen U3-Platz tatsächlich erfüllen zu können.

Familie und Beruf mit einem üppigen Betreuungsrepertoire

Grundsätzlich, verweist Simon aufs große Ziel, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit einem üppigen Betreuungsrepertoire weiter auf die Sprünge zu helfen, sei jeder Betreuungsplatz wertvoll. Und eben leider auch teuer. Für die 100 Plätze, die 2012 ausschließlich in den Einrichtungen privater Träger (76) und bei Tagesmüttern (33) entstehen sollen, hat Dorenburg einen wegen der Betriebs- und sonstigen Zuschüsse nicht einmaligen, sondern jährlichen städtischen Finanzierungsanteil von 965.000 Euro ausgerechnet. Für die 76 Plätze 2013 werden es weitere 735.000 und für die mit Blick auf den Rechtsanspruch vielleicht ebenfalls unabdingbare Steigerung in den Jahren danach knapp 3,6 Millionen Euro.

Dass das von der Bundesregierung angekündigte und als kontraproduktiv in die Kritik geratene Betreuungsgeld für Eltern, die ihren Nachwuchs zuhause umsorgen, den Offenbacher Bedarf an U3-Plätzen reduzieren könnte, wollen Simon und Dorenburg nicht vorauseilend einrechnen. „Wir wissen nicht, wie viele Eltern diese Variante wählen werden und dann doch keinen Krippenplatz brauchen.“ Wo die Stadt selbst für Krabbelstuben sorgt, also etwa in der anstehenden Hafen-Grundschule, sehe die Planung aber vor, U3-Räume auch für andere Zwecke nutzen zu können.

Keinen Rechtsanspruch - aber Nachholbedarf

Beispielsweise für Hortgruppen. Da gibt es zwar noch keinen Rechtsanspruch - aber Nachholbedarf, weil es an den meist beengten und auf Erweiterung wartenden Grundschulen viel weniger Ganztagsklassen gibt, als sich füllen ließen. Momentan können nur 500 der mehr als 4600 sechs- bis zehnjährigen Offenbacher eine von zehn Ganztagsklassen an fünf Schulen besuchen, die Wartelisten sind lang. Erträglicher machen soll sie die Mehrung der Hortplätze um 150 im nächsten Jahr, was unterm Strich 1618 und ebenfalls 35 Prozent Quote ergäbe.

Bliebe noch der Betreuungs-Klassiker, der Kindergarten für mehr als 4400 Offenbacher Drei- bis Sechsjährige: Da war mal eine Quote von 85 Prozent als für den schon lange gültigen Rechtsanspruch ausreichend angepeilt. Was sich spätestens als zu wenig erwies, als die Mühe fruchtete, mehr Migrantennachwuchs in die Einrichtungen zu locken. Mittlerweile lautet die Zielvorgabe 98 Prozent, sprich: 4330 Plätze. Die werden am Jahresende vorhanden sein und im nächsten Jahr um 100 Plätze gemehrt. Überversorgung? Kann in Offenbach nicht passieren. Die Stadt wächst kontinuierlich.

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