Zeugnis der Grünen für Kinderbetreuung

Lob für die Stadt, Tadel fürs Land

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Offenbach - Bei der Kinderbetreuung stellen die Offenbacher Grünen dem Land kein gutes Zeugnis aus. Die Stadt jedoch wird lobend hervorgehoben.

CDU-Sozialminister Stefan Grüttner sonne sich bei den U3-Plätzen auf dem Rücken der Kommunen im Glanze des Erfolgs. „Grüttner lässt sich zu Unrecht feiern. Hat doch das Land erst durch die Verpflichtung des obersten Gerichts in Hessen im vergangenen Jahr angefangen, seinen Teil der Verantwortung zum Ausbau der Kinderbetreuung wahrzunehmen“, sagt Fraktionsvorsitzende Susanne Schmitt.

Offenbach investiere seit Jahren in die Kinderbetreuung und habe mit vielen Hindernissen zu kämpfen. So verzögere sich der Ausbau der Kinderbetreuung seit Inbetriebnahme der neuen Landebahn des Flughafens aufgrund der Lärmbelastung in der Tagschutzzone 2 fast im gesamten Stadtgebiet und durch die Beantragung entsprechender Sondergenehmigungen durch den RP deutlich. Dennoch sei die Zahl der Krabbelstubenplätze (U3) zwischen 2002 und 2012 sukzessive von 120 auf 1237 gestiegen. Einen wesentlichen Anteil an diesem Erfolg habe der Grundsatzbeschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Schaffung eines bedarfsgerechten Angebots, der die Betreuungsquote nicht wie gesetzlich vorgeschrieben auf 35, sondern auf 45 Prozent festschreibe. Schmitt: „Demnach wird die Stadt Offenbach in diesem Jahr 82 Plätze und in 2014 weitere 200 Betreuungsplätze in Betrieb nehmen.“

Fehlbedarf wird in den kommenden Jahren weiter reduziert

Die Grünen-Politikerin verweist auch auf die bildungs- und haushaltspolitischen Herausforderungen bei den über Dreijährigen. Da bestehe für die Träger der öffentlichen Jugendhilfe die Verpflichtung, ein bedarfsgerechtes Angebot bereitzuhalten. Bei den Kindergartenplätzen komme Offenbach auf eine Abdeckungsquote von 98 Prozent, der Fehlbedarf von 253 Plätzen werde erst 2014 durch den weiteren Ausbau behoben. Auch in den Horten (schulpflichtige Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren) bestehe ein Fehlbedarf von 296 Plätzen, der durch Schaffung von 100 neuen Hortplätzen im nächsten Jahr weiter reduziert werde.

„Für uns Grüne hat die Erziehung mit dem Eintritt in das Kindergarten- oder Schulalter kein Ende. Deshalb kämpfen wir auch auf Landesebene für den Ausbau von echten Ganztagsangeboten mindestens bis zum Ende der Grundschule“, so Susanne Schmitt. Weiterhin sei es notwendig, dass die Arbeitsleistung von Erzieherinnen entsprechend anerkannt und gewürdigt werde.

mad

So funktioniert das Betreuungsgeld:

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