Kindertagesstätte am Martin-Luther-Park

Ab Dezember 36 Plätze mehr

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Die Kita am Martin-Luther-Park wird erweitert. Am Donnerstagnachmittag war Richtfest für den 1,4 Millionen Euro teuren Neubau. Am 1. Dezember sollen die Krippenplätze für Kinder ab dem ersten Lebensjahr in Betrieb gehen.

Offenbach - Die integrative Kindertagesstätte am Martin-Luther-Park erhöht für unter Dreijährige ihr Angebot. Jetzt wurde am 1,4 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau Richtfest gefeiert. Von Harald H. Richter 

Was der Mann im dunklen Anzug und die Frau im Sommerkleid den anderen Erwachsenen übers Mikrofon zu erzählen haben, interessiert Ole, Lennart und noch ein paar Knirpse kaum. Die Dreikäsehochs haben sich vielmehr am Rande des Geschehens ein schattiges Plätzchen gesucht und spielen Baustelle. Weil sie das auf sandigem Grund tun, werden dabei die Finger schmutzig und der Hosenboden auch – und niemand schimpft. Nur als der große Kran am Seil den Richtkranz für den Erweiterungsbau der integrativen Kindertagesstätte Martin-Luther-Park in die Höhe hievt, blinzeln die Kleinen zum hellblauen Sommerhimmel hinauf und schauen zu, wie die bunten Bänder im Wind flattern.

Da hat Stadtrat Dr. Felix Schwenke, zugleich stellvertretender Vorsitzender des Vereins Behindertenhilfe in Stadt und Kreis, seine Ansprache bereits gehalten und das erfolgreiche Bemühen der Kommune betont, die Betreuungsquote für die Kleinsten weiter zu erhöhen. „Nach wie vor besteht ein hoher Bedarf, dem wir entsprechen wollen“, sagt er optimistisch. Zugleich lobt er die privaten Förderer des Projekts und adressiert mehrfachen Dank. Zum einen ans Hessische Ministerium für Soziales und Integration, das die Errichtung des 1,4 Millionen Euro teuren Erweiterungsbaus des Trägervereins mit einem Zuschuss von 430.000 Euro finanziell unterstützt. Zum anderen findet auch die Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft positive Erwähnung. Deren Geschäftsführerin Daniela Matha lobt den zügigen Fortgang der Arbeiten und die seit Jahren währende vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Trägerverein Behindertenhilfe Offenbach. „Sie ist Grundlage dafür, dass wir ein ambitioniertes Projekt wie dieses innerhalb kurzer Zeit abschließen können.“ Vorigen Winter war Grundsteinlegung, in weniger als fünf Monaten soll alles fertig sein.

Ab Dezember soll es los gehen

Das neue Gebäude entsteht zweigeschossig und verfügt neben drei großzügigen Gruppenräumen, in denen je zwölf Mädchen und Jungen betreut werden können, über Wasch- und Wickelzimmer, gesonderte Schlafzonen und Multifunktionsbereiche, unter anderem für Besprechungen. Auch eine Küche und eine Terrasse wird es geben. Der angrenzende Außenbereich bildet die Klammer zu der bestehenden Kita, in der tagsüber 75 Mädchen und Jungen zusammen leben, spielen und lernen.

„Am 1. Dezember wollen wir starten und im Neubau Krippenplätze für Kinder ab dem ersten Lebensjahr anbieten“, freut sich Leiterin Ulrike Bach. Sie möchte mit ihrem Mitarbeiterteam dafür sorgen, dass der Gedanke der Inklusion gelebt wird. Die multi-pädagogischen Fachkräfte sind davon überzeugt, dass im gemeinsam angeleiteten Alltag der Kinder aus verschiedenen Kulturen und ungeachtet ihres Alters und Entwicklungsstandes ein reichhaltiger Entwicklungsraum entstehen kann, bei dem – ob mit Behinderung oder ohne – einer vom anderen lernt.

Dies zu unterstützen bleibt Anliegen der Hessischen Landesregierung, unterstreicht die zuständige Referatsleiterin im Ministerium für Soziales und Integration, Barbara Tiemann. Sie verweist auf entsprechend aufgestockte Förderprogramme. Mit der integrativen U3-Betreuung, wie sie in der erweiterten Kita-Einrichtung am Otto-Steinwachs-Weg möglich sein wird, werde auch ein wichtiger Beitrag zum Vorteil der Eltern hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf geleistet. Dass mit Aufnahme des Betriebs unter dreijährige Kinder mit Behinderung bestmögliche Zuwendung und Fürsorge erfahren, „ist ein großer Schritt hin zu selbstverständlichem Miteinander“, betont Tiemann.

Klagen auf einen Kita-Platz - aber wie?

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Als am Ende des offiziellen Teils Dominik Zeier vom ausführenden Bauunternehmen Schmück aus Bad Kissingen den Richtspruch vorträgt, den Versammelten zuprostet und danach sein Glas auf dem Boden zerschellt, unterbrechen die Kinder ihr Spiel und staunen nicht schlecht. „Der hat was hingeschmissen und die Leute klatschen auch noch“, wundert sich einer der Knirpse und ist davon überzeugt: Erwachsene sind manchmal komisch.

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