Ausgleichszahlungen für Elternbeiträge

Kitas warten auch in Offenbach auf Landesgeld

EKO-Leiter Roberto Priore.
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Sieht keine Ungleichbehandlung der Träger: EKO-Leiter Roberto Priore.

Viele Eltern betreuen ihre Kinder zu Hause. Sie hoffen auf eine Entschädigung des Landes.

Offenbach - Trotz Lockdowns sind die Kindertagesstätten geöffnet. Das Land Hessen appelliert an Eltern, nur in dringenden Fällen Gebrauch von den Betreuungsangeboten zu machen. Schon früh gab der EKO (Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach) darum bekannt, in den städtischen Kitas die Elternbeiträge für die Kinder zu erlassen, die jeweils einen kompletten Monat zu Hause betreut werden.

Viele Familien, deren Kinder Einrichtungen anderer Träger besuchen, fragen sich seitdem, ob auch für sie finanzielle Entlastung in Sicht ist. Mittlerweile hat das Land den Kommunen insgesamt zwölf Millionen Euro zugesagt pro Monat, in dem die Aufforderung gilt, Kinder möglichst nicht in die Kita zu schicken. Damit soll die nicht in Anspruch genommene Betreuung ausgeglichen werden. Dennoch herrscht bei freien und kirchlichen Trägern zum Teil noch Unklarheit darüber, wie man die Situation handhabt.

Magistrat in Offenbach soll Möglichkeiten für Eltern suchen, die Kinder zu Hause betreuuen

In einem Antrag, den die SPD-Fraktion in die heutige Sitzung der Stadtverordnetenversammlung einbringt, bemängeln die Sozialdemokraten das nun als klaren finanziellen Nachteil für diejenigen Eltern, deren Kinder keine städtische Kita besuchen. Sie fordern den Magistrat auf zu prüfen, welche Möglichkeit es gibt, alle Eltern, die ihren Nachwuchs zu Hause betreuen, gleichermaßen von den Beiträgen zu befreien. Gleichzeitig müsse auch ein Weg gefunden werden, den freien Trägern die entgangenen Elternbeiträge in voller Höhe auszugleichen. Die vom Land angekündigten zwölf Millionen Euro werden dafür nach Einschätzung der SPD nicht ausreichen.

Eine Ungleichheit zwischen Stadt und anderen Kita-Trägern sieht EKO-Betriebsleiter Roberto Priore nicht. „Die Gelder vom Land werden unter allen Trägern gleich aufgeteilt“, erläutert er. Es habe nichts mit irgendeinem Vorteil zu tun, dass der EKO bereits festgelegt habe, keine Beiträge zu erheben, wenn Kinder zu Hause bleiben. „Dafür tragen wir auch das betriebswirtschaftliche Risiko“, sagt Priore. Er versteht aber, dass die anderen Träger in einer schwierigen Situation sind. Denn noch ist unklar, wie genau die Verteilung der Landesgelder aussieht, wer wie viel bekommt und vor allem wann. „Darum trauen sich viele aktuell noch nicht, klar zu kommunizieren, dass Beiträge erlassen werden.“

Ob Gelder des Landes für Eltern ausreichen ist noch unklar

Tatsächlich ist die Unsicherheit bei den Kita-Trägern noch groß. „Wir warten darauf, was uns zur Verfügung gestellt wird“, sagt Sabine Ullrich vom Diakonischen Werk Frankfurt-Offenbach, verantwortlich für die insgesamt elf evangelischen Kindertagesstätten in Offenbach. Man hoffe, den Eltern davon zumindest die Gebühren für die Verpflegung erlassen zu können. Es sei eine schwierige Situation. „Die Eltern fragen natürlich nach, was mit den Gebühren ist.“ Beim Verein „Die Krabbelstubb‘“, der mehrere Kindergärten und Krabbelstuben in Offenbach betreibt, hat man sich hingegen bereits entschieden, sich an der Regelung für die städtischen Einrichtungen zu orientieren und für die Kinder, die einen kompletten Monat nicht betreut werden, die Beiträge zu erlassen.

Dennoch warten die Verantwortlichen auch dort auf genauere Infos. „Es ist weder bekannt, wie viel wir bekommen noch wann“, heißt es aus der Verwaltung des Vereins. Auch der katholische Kindergarten Heilig Kreuz in Waldheim bemüht sich um einen finanziellen Ausgleich „Wir wollen das den Eltern zurückzahlen“, sagt Leiterin Klaudia Schatton-Pawlak. Zwar weiß sie, dass Gelder kommen, ist aber auf nähere Infos angewiesen. Beschwerden seitens der Eltern gebe es bislang zwar nicht, aber immer wieder Rückfragen, wie es mit den Gebühren aussehe.

Ob die vom Land zur Verfügung gestellten Mittel reichen werden, um die Ausfälle in den Kitas auszugleichen, ist laut Roberto Priore noch nicht zu sagen. „Das hängt davon ob, wie die Gelder verteilt werden, ob Pauschalen gezahlt werden oder ein Betrag pro Kind.“ Nächste Woche soll das entschieden werden. Priore: „Wir werden die Gelder eins zu eins an die Träger weitergeben.“ (Von Lena Jochum)

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