Neue Kita: Rege Nachfrage

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Eine neue Kita mit 124 Plätzen wurde an der Berliner Straße eröffnet. Die Gewerkschaft Verdi beklagt den fehlenden Schallschutz der Räume und vermisst ein Außengelände. Über ganz viele neue Spielsachen dürfen sich die Kinder in der gestern eröffneten Kita 26 freuen. Auf drei Stockwerken bietet die Einrichtung Platz für Ein- bis Sechsjährige.

Offenbach - Fröhliches Kinderlachen klingt über die Flure der neuen städtischen Kita 26. Schon seit Mitte Oktober herrscht an der Berliner Straße 220 reger Betrieb. Gestern fiel dort der offizielle Startschuss. Von Sebastian Schwarz

Auf einer Fläche von 917 Quadratmetern, verteilt auf drei Stockwerke, finden insgesamt 124 Kinder in den hellen, modern eingerichteten Räumen Platz. Vorgesehen sind dabei 24 Plätze für Krabbelkinder sowie jeweils 50 Plätze für Kindergarten- und Schulkinder in Tagesbetreuung. Scharfe Kritik an der baulichen Ausstattung und der räumlichen Gestaltung der Einrichtung übt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Deren Sprecherin Claudia Schell, bemängelt, die Kita sei aufgrund des fehlenden Schallschutzes und des nicht vorhandenen Außengeländes weder für Eltern noch für Kinder zumutbar. „Wir verlangen, dass diese Probleme umgehend beseitigt werden, damit eine sinnvolle Arbeit möglich ist und die Gesundheit der Erzieherinnen nicht gefährdet wird“, fordert Schell. Wenig Verständnis für die Kritik zeigt Bürgermeister Peter Schneider. „Ich habe bei der Eröffnung einen ganz anderen Eindruck gewonnen. Die Mitarbeiterinnen sind mit dem baulichen Zustand absolut zufrieden“, so Schneider. Mit Blick auf das fehlende Außengelände erklärt er, dort sei eine Nachbesserung bereits in Planung. „Die Stadt und der Vermieter sind in Gesprächen, dass dort ein Außengelände hinkommt.“

„Unser Ziel ist es, ein naturnahes Konzept zu entwickeln“, ergänzt Susan Melzer-Soltani, pädagogische Leiterin der Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach (EKO). „Die Kinder sollen mindestens zwei- bis dreimal pro Woche raus und Offenbach kennenlernen“, erläutert sie. Extra dafür hat die Kita zwei sogenannte „Turtle Kiddy Busse“ angeschafft, in denen jeweils sechs Kinder wie in einem kleinen Bus sitzen von einer Erzieherin spazieren gefahren werden können. Bei der Raumgestaltung setzt die Kita auf einen offenen Ansatz, in dem es für jeden Bereich einen eigenen Raum gibt. „Wir wollten, dass die Kinder die Möglichkeit haben, sich zu bewegen und auszuprobieren“, erklärt Melzer-Soltani bei einem Rundgang durch die Einrichtung. So gebe es beispielsweise im Erdgeschoss neben den beiden Gruppenräumen für die Kleinsten noch zwei große Bewegungsräume, in denen die Kinder sich austoben dürfen. Dort warten auf sie unter anderem ein großes Klettergerüst zum Herumtollen und zahlreiche bunte Bobby-Cars.

Großzügig dimensioniert sind auch die Räume für die Kindergarten- und Schulkinder im ersten und zweiten Stock. Dort lädt unter anderem ein Kreativraum zum Malen ein, während die Kinder im Rollenspielraum ihrer Fantasie freien Laufen lassen dürfen. Auch ein Tischkicker steht für den Nachwuchs bereit. Und wie sieht es mit dem von Verdi kritisierten Thema Schallschutz aus? Der Betreibsleiter des EKO, Hermann Dorenburg, sagt dazu: „Wir sehen das Problem und wir sind dran.“ Jedoch sei es seiner Erfahrung nach am sinnvollsten, sich erst nach Einzug und Möblierung um den Schallschutz zu kümmern. Da dies geschehen sei, werde man ein Bauingenieurbüro beauftragen, welches zeitnah Lösungen für den Schallschutz entwickeln soll.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

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Unabhängig von der Kritik der Gewerkschafter können sich die Verantwortlichen der Kita bereits über eine rege Nachfrage freuen. „Unglaublich viele Eltern kommen zu uns und erkundigen sich nach einem Platz für ihr Kind“, berichtet Kita-Leiterin Petra Müller. 84 Plätze in der Kita sind mittlerweile schon besetzt. Da das Personal noch nicht vollständig ist, können momentan nur 87 Kinder anstatt der 124 geplanten aufgenommen werden. Die bestehende Krippengruppe ist mit 12 Kleinkindern bereits voll, ebenso die zwei Hortgruppen mit insgesamt 50 Schülern. In der Kindergartengruppe sind 22 der 25 Plätze vergeben. Für die Zukunft ist jeweils noch eine weitere Krippen- und Kindergartengruppe geplant. Vielleicht schon Anfang nächsten Jahres könnte es so weit sein.

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