Trotz Corona geöffnet

Sorge um Infektionsgefahr: Wie ist die Lage in den Kitas?

Kita Kinder Spielsteine
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In den kommunalen Kitas  liegt die Auslastung zwischen 35 bis 40 Prozent. (Symbolbild)

Die Kindertagesstätten in Offenbach sind im Gegensatz zu anderen Institution trotz Corona weiter geöffnet. Doch wie ist die Auslastung? Und wer zahlt Gebühren?

Offenbach – Im Gegensatz zu vielen anderen Einrichtungen sind Kindertagesstätten nach wie vor geöffnet – die Entscheidung, ob ein Kind sie besucht oder nicht, liegt ganz bei den Eltern. Allerdings bitten die Behörden diese eindringlich, die Kita aus Corona-Schutz-Gründen nur dann zu nutzen, wenn es gar nicht anders geht. Unsere Redaktion haben nun Zuschriften von Lesern erreicht, die befürchten, dass in den Kitas trotz dieser Bitte reger Betrieb herrsche, dass das Infektionsrisiko hoch sei.

Wir haben beim städtischen EKO (Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach) nachgefragt und uns erkundigt, ob die Sorgen berechtigt sind.

„Wir hatten in den ersten ein, zwei Wochen eine Auslastung von 35 bis 40 Prozent“, entwarnt EKO-Betriebsleiter Roberto Priore gleich zu Beginn. „Das ist wesentlich weniger, als wir erwartet haben.“ Von der ersten zur zweiten Woche sei die Zahl der Kinder in den Kitas leicht gestiegen, ein Durchschnittswert von etwa 37 Prozent Auslastung gelte derzeit für die gesamten Tagesstätten in Offenbach.

Geringe Auslastung in den Kindertagesstätten: Wer zahlt Gebühren?

Aber wie ist es mit den Gebühren? Priore: „Wer sein Kind einen ganzen Monat lang nicht in die Kita bringt, zahlt für diesen Monat keine Elternbeiträge.“ Für die Kita-Träger bedeutet das natürlich entsprechend ausbleibende Einnahmen. Hier sollen künftig Gelder des Landes Hessen helfen.

Um welche Summen es dabei geht und wie die Abwicklung aussehen wird, ist laut Priore derzeit allerdings noch unklar. So viel sei jedoch gewiss: „Das Land wird eine Pauschale zahlen, die wir an die Träger weiterreichen.“

Geringe Auslastung in den Kitas ist gut im Kampf gegen Corona, birgt aber andere Probleme

Die geringe Kita-Auslastung ist im Hinblick auf den Corona-Schutz zwar begrüßenswert, aber ganz unbeschwert stimmt sie Roberto Priore nicht. „Im Moment ist es so, dass es sich am ehesten diejenigen leisten können, ihr Kind zuhause zu behalten, die nicht wegen ihrer Berufstätigkeit auf die Kita angewiesen sind.“ Eltern, die ohnehin knapp bei Kasse sind, können auf diese Weise Geld sparen. Allerdings seien deren Kinder oft „genau die Gruppe, die aus pädagogischen Gründen in die Kita gehen sollte.“ Man könne das nicht schwarz-weiß sehen, so Priore, „aber das korreliert eben mit den Problem-Konstellationen.“ (Von Marian Meidel)

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