Kita 20 in der Frühlingsaustraße

Und noch ein Wasserschaden

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Eltern und ihre Kinder dürfen bis zur Kita 20 in der Frühlingsaustraße hinter dem Klinikum vorfahren. Bis auf Weiteres werden sie aber andere Einrichtungen ansteuern müssen, nachdem das Gebäude kurzfristig aus Sorge vor Gesundheitsgefahren gesperrt werden musste.

Offenbach - Allmählich dürften die Verantwortlichen des städtischen Eigenbetriebs Kindertagesstätten (EKO) ungewollt Routine im Umgang mit Schäden in ihren Einrichtungen gewinnen. Von Fabian El Cheikh

Wieder musste das Team von Hermann Dorenburg Betreuer informieren und Eltern beruhigen, muss es aufwändig Ausweichquartiere finden und vor allem eines: abwarten, bis alle wieder zurück dürfen in ihre Kindertagesstätte. Der Grund: Gestern hat die Gebäudemanagement GmbH (GBM) aus Angst vor Gesundheitsgefahren vorsorglich die Kita 20 (Frühlingsaustraße) zunächst für drei Wochen geschlossen. Vergangene Woche waren dort Wasserschäden und erste Schimmelansätze entdeckt worden. Die Nachricht von der Schließung kommt just, nachdem die Kita 21 in Tempelsee wieder geöffnet wurde. Auch dort waren Schäden durch Feuchtigkeit und Schimmel für insgesamt 575 000 Euro beseitigt worden. Acht Monate war die Einrichtung gesperrt, wurde der zu betreuende Nachwuchs auf andere Kindergärten verteilt.

Wie groß der Schaden an der baugleichen Einrichtung an der Frühlingsaustraße ist, ist derzeit noch nicht absehbar. Die Stadt spricht von einem defekten Wasserrohr. Hermann Dorenburg gibt sich zuversichtlich, dass der Umfang des Schadens wesentlich geringer ist als jener, der vor Monaten in Tempelsee entdeckt worden war. Dort waren Wasserleitungen zwischen Bodenplatte und Estrich leck, unbemerkt hatte sich das Wasser über einen langen Zeitraum ausgebreitet. Am Ende waren die Wände so feucht, dass nur noch eine umfassende Sanierung half – ein Versicherungsfall.

Laut Stadt kein Baupfusch

Wie der EKO berichtet, gab es erst vor zwei Wochen in der jetzt geschlossenen Kita eine routinemäßige Dichtigkeitsprüfung, wobei aber keine Auffälligkeiten festgestellt worden seien. Erst als man ein Möbelstück verrückte, seien an der dahinterliegenden Wand Ansätze von Schimmel sowie Feuchtigkeit entdeckt worden. Vor dem Hintergrund der regelmäßigen Kontrollen geht auch Matthias Müller vom städtischen Presseamt davon aus, dass der Schaden nicht groß sein dürfte: „Spekulationen über Umfang und Art verbieten sich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt, wir müssen zunächst die bereits begonnene Untersuchung abwarten.“

Fest steht: Beide Betreuungseinrichtungen wie auch eine weitere in der Stadt sind in den 90er Jahren vom selben Unternehmen gebaut worden. Den Verdacht, dass es sich möglicherweise um Baupfusch handle, weist Müller zurück. „Wir gehen eher von einem Zufall aus, Wasserschäden gibt es doch häufig in Gebäuden.“ Bereits Ende vergangener Woche hat der EKO alle Eltern telefonisch über die Situation informiert und sie gebeten, wenn möglich, ihre Drei- bis Sechsjährigen für einige Tage zu Hause zu lassen, um den Betrieb zu entlasten. Am Montag hatte die Betriebsleitung außerdem zu einem Elternabend eingeladen, um über das weitere Vorgehen und die Ausweichstandorte zu informieren.

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Erziehungsberechtigte, die nicht am Elternabend teilnehmen konnten, werden gesondert angeschrieben und informiert. Telefonisch bekommen alle Eltern bis Ende der Woche mitgeteilt, wo sie ihr Kind ab kommenden Montag abgeben können. „Wir suchen natürlich bezirksnahe Ausweichquartiere“, betont Dorenburg. An der Kita 20 wird außerdem bis Anfang nächster Woche eine Mitarbeiterin als Ansprechpartnerin für Kinder oder Eltern zugegen sein. Eltern, die Fragen oder Sorgen haben, erreichen die Kita-Leitung unter der Nummer 069/831028 während der Öffnungszeiten. In etwa drei Wochen sollen die Ergebnisse der Schadensanalyse feststehen.

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