Städtische Notfall-Hotline

Kita-Streik: „Alltag ist derzeit ausgehebelt“

Offenbach - Seit Streikbeginn am 11. Mai betreut Patricia Olbert, pädagogische Leitung beim EKO, die städtische Notfall-Hotline. 168 Mal hat seither ihr Telefon geklingelt - pro Tag erreichten sie damit im Schnitt 15 Hilferufe.

Während die ersten beiden Wochen relativ problemlos vergingen, häufen sich seit ein paar Tagen die Nachfragen. „Viele Eltern haben nur mit zwei Wochen Streik gerechnet und müssen nun andere Lösungen finden“, weiß Olbert. Weil die zur Verfügung stehenden Notfallplätze vor allem für Kinder berufstätiger Eltern bislang nicht voll ausgeschöpft wurden, ist die zuvor praktizierte „Wellenregelung“ seit dieser Woche außer Kraft gesetzt. Betroffene können damit bis auf Weiteres mit einem Betreuungsplatz rechnen.

„Gerade zu Beginn waren die Eltern sehr verständnisvoll und haben versucht, die Betreuung erstmal zu Hause zu gewährleisten“, berichtet Olbrecht. Mit fortschreitender Dauer aber drückten einige auf die Tränendrüse, in der Hoffnung, auch ohne Notfallstatus einen Platz zu ergattern. „Da werden dann schon mal Geschichten erfunden und Notfälle kreiert, etwa ein morgen beginnendes Praktikum oder eine Maßnahme des Arbeitsamts“, erzählt sie. Zwar könne sie nachvollziehen, dass diejenigen, die ihre Kinder zu Hause betreuen, langsam Überforderung und Ärger verspürten und sich Entlastung wünschen. Trotzdem muss sie bei der Vergabe konsequent bleiben.

Unbefristeter Kita-Streik hat begonnen

Viele Eltern verstünden zudem nicht, warum die Kita-Gebühr trotz Streik weitergezahlt werden muss. Dies sei in der Satzung festgelegt. Vergangene Woche waren 486 der rund 700 Notfallplätze belegt, inzwischen dürften es rund 600 sein. Sollte der Streik bis nach Fronleichnam andauern, erwartet Olbrecht einen neuen Ansturm.

(jb)

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