Kita-Streik: Gleiche Chancen für Kinder

Grüne sehen Bund in Pflicht

Offenbach - Seit zwei Wochen stehen die Erzieher deutschlandweit auf der Straße und streiken für bessere Entlohnung ihrer Arbeit. Dass der Beruf immer komplexer geworden ist, spiegelt sich in der fünfjährigen Ausbildung.

„Kitas haben sich von Betreuungs- zu Bildungseinrichtungen gewandelt. Anforderungen ans Personal steigen, die Ausbildung wird umfangreicher. Das muss sich im Gehalt abbilden“, findet Offenbachs Grünen-Sprecher Wolfgang Malik. Er begrüßt, dass Bund und Land den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen in quantitativer und qualitativer Hinsicht voranbrächten. „Doch allein durch Gesetzgebung lassen sich Kitas und ihr Personal nicht finanzieren.“ Die Kosten blieben bei den Kommunen hängen. Deshalb müssten Bund und Land diese endlich übernehmen.

Derzeit stünden sich im Arbeitskampf in Offenbach die Falschen gegenüber, so die Grünen: „Unterbezahlte Erzieher treffen auf eine unterfinanzierte Stadt – so kann es keine Lösung geben“, stellt Birgit Simon fest und fährt fort: „Der Vorschlag von Sigmar Gabriel, den Kommunen die Kosten für Flüchtlinge zu erstatten, damit sie davon die Erzieher besser bezahlen können, ist für Offenbach unsinnig.“ Der Bund solle stattdessen frühkindliche Bildung und Erziehung als nationale Aufgabe begreifen und jedem Kind dieselben Startchancen garantieren. „Jenseits dessen, ob es in einer armen oder reichen Familie, einer armen oder reichen Kommune groß wird“, schließen Simon und Malik ihre Mitteilung. (mt)

Unbefristeter Kita-Streik hat begonnen

Rubriklistenbild: © dpa

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