Messergebnisse zeigen Gefahr

Kita Tempelsee wegen Schimmel dicht

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Offenbach - In der städtischen Kindertagesstätte 21 schimmelt es schon seit Monaten. Ursache sind Wasserschäden, die eine undichte Leitung hervorgerufen hat. Gesperrt waren bereits der Mal- und der Turnraum, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Leck liegen.

Heute macht der Kindergarten-Eigenbetrieb EKO seine Einrichtung an der Rheinstraße komplett dicht: um jedes Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung von Kindern und Personal durch Schimmelpilzsporen auszuschließen.

Seit Entdeckung des Schimmels ließ der Eigenbetrieb die mögliche Belastung der Raumluft durch entsprechende Untersuchungen beobachten. Die Wände wurden täglich in Augenschein genommen, neu auftretender Schimmel sofort abgewaschen und entfernt.

Messergebnisse lassen Betrieb nicht zu

Am vergangenen Donnerstag informierte das Gesundheitsamt die Betriebsleitung, dass die aktuellen Messergebnisse den Kita-Betrieb in Tempelsee nicht mehr zuließen. Die Betreuung der 125 Drei- bis Sechsjährigen müsse zügig in andere Räume verlegt werden. Ein Gutachten des TÜV Hessen konnte Risiken bei Personen, die auf Schimmel allergisch reagieren, nicht völlig ausschließen.

Wie es in einer städtischen Mitteilung vom Wochenende heißt, hatte sich der EKO auf darauf vorbereitet, dass die Belastungen durch den Schimmelpilz die zulässigen Grenzwerte überschreiten könnten. Er hat Alternativstandorte für eine adäquate Betreuung der Kinder geprüft und Vorsorge getroffen, die Jungen und Mädchen auch kurzfristig in anderen Einrichtungen unterbringen zu können. Das ist jetzt bis Mitte kommender Woche möglich. Umziehen müssen auch die Jungen und Mädchen, die im nicht betroffenen Obergeschoss betreut werden, da der Betrieb auf nur einem Stockwerk nicht möglich ist.

Details der Verlegung

Für heute Abend, 19 Uhr, sind die Eltern eingeladen, sich über die aktuelle Situation informieren zu lassen und die Details der Verlegung abzusprechen. Am Mittwoch werden die Jungen und Mädchen ihr jeweils neues Domizil beziehen. „Selbstverständlich werden die Erzieherinnen ihre Gruppen über den gesamten Zeitraum der Auslagerung begleiten“, kündigt die Stadt an.

Eltern, deren Kind derzeit unter einer schweren Erkältung oder Bronchialerkrankung leidet, werden gebeten, den Nachwuchs bis zum Auszug daheim zu betreuen, da für gesundheitlich bereits belastete Kinder jedes Risiko ausgeschlossen werden soll. Dies gilt auch bei chronischen oder allergischen Erkrankungen der Atemwege wie Asthma.

Der EKO bedauert laut Presseamt außerordentlich, dass den Eltern und Kindern diese Belastung zugemutet werden muss, und bittet Väter und Mütter um Verständnis. Der Schutz der Kinder und Mitarbeiterinnen vor möglichen Gesundheitsrisiken habe aber absolute Priorität. Die Bauverwaltung hat bereits die städtische Gebäudemanagement GmbH (GBM) mit der Sanierung der Kita 21 beauftragt. Das Gesundheitsamt begleitet alle Maßnahmen, um sicherzustellen, dass bei Wiederinbetriebnahme der Einrichtung jegliche Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen ist.

tk

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