Klappleiter zum Dankeschön-Bussi

Offenbach ‐ Neben Holger Kochs Lippen war es wohl die kleine Klappleiter, die Samstagabend im Kolpinghaus am stärksten beansprucht wurde.  Von Leah Junck

Denn sie diente auf der Bühne als überbrückendes Element zu den dem zum Kusse gespitzten Mund des Vereinsvorsitzenden, der sich nach den Auftritten bei seinen Mitgliedern von seinem Podest herab zu bedanken wusste. Auch mit einem kleinen Schnaps oder wahlweise Süßigkeiten wurden die Akteure nach ihren Auftritten versehen. Unterkassiererin und Tänzerin Ingrid Hofmann freute sich, dass die Sitzung des Konzertorchesters Offenbach nach anhaltender Fastnachtsflaute wieder gut besucht war. „Wahrscheinlich, weil uns dieses Jahr Kräfte von außerhalb des Vereins unterstützen, wie die Playback-Gruppe Mozart“, vermutete sie. Bassintensiv begann der Abend mit der 16-köpfigen Orchesterformation „Pitschedabber“. Aufbauend an das ein oder andere „Offenbach Hallau“, machte Protokollerin Petra Heckelmann Überflüssiges, Unsinniges und schlicht Unzumutbares aus der Glotze zum Thema.

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Das Konzertorchester schwört jeglicher Diät ab

Die „Minis“ als jüngste Gruppe des Vereins tanzten zu Popmusik, und das Fastnachtsprinzenpaar grüßte gereimt. In Proleten-Shirt, Sonnenbrille und tief sitzender Hose verlieh Maurice Schulz dem eher traditionsbewussten Programm mit Liedern wie „Hey Baby“ und „Traum von Amsterdam“ kurzfristig einen Hauch von Ballermann-Flair.

Klassisches Röckchenflattern gab es dann mit der Tanzgarde, den „Damen und Herren“, und in einer etwas weniger eleganten Variante von der Männerballett-Gruppe. Die Spitze der Alterspyramide bildeten die reiferen Mitglieder der Tanzgruppe Twiggis. Die Bühne betraten sie mit Gehstöcken, derer sie sich allerdings schnell entledigten, um zu Technorhythmen die Hüften kreisen zu lassen und biedere Röcke über die Köpfe zu werfen.

Rauf mit den Beinen oder mit den Armen - je nach Fitness und karnevalistischer Disziplin.

Beruhigenderweise ausschließlich zwecks Belustigung trafen auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Heusenstamm im Sitzungssaal ein. Rundungen schienen das unausgesprochene Motto des Abends zu sein. Die bemalten Bäuche der Feuerjäger jedenfalls wurden von der Mini-Interpretation des Musicals „Hairspray“ im 60er-Jahre-Stil von Familie Koch abgelöst. Da weigert sich die „Mama“ strikt, ihre Üppigkeit zu reduzieren. Andere närrische Beiträge äußerten sich abfällig zum Thema Diäten, verständnislos, als es um extravagante Kochsendungen ging und beinahe gierig, als Mettbrötchen die Runde machten.

„Na, jetzt aber Schluss!“, rief Ehrenvorsitzender Ludwig Aulbach in grüner Uniform halb im Spaß aus dem Publikum, als der Abend mit der letzten Tanzvorstellung nach Mitternacht komplettiert war. Selbstverständlich habe er den ausufernden Abend genießen können, gab er zu Protokoll. 35 Jahre Präsidentschaft und weitere der reinen Mitgliedschaft im Verein, das präge. Karneval sei ein Lebensgefühl, das er nur dank seiner toleranten Frau habe aufrecht erhalten können. Froh sei er vor allem über die zahlreichen Beiträge der jüngsten Teilnehmer, in die der Verein besonders investiere.

Rubriklistenbild: © Georg

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