Drei Parteitage, ein Ziel

Klare Voten für die Ampel-Koalition in Offenbach

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Wilhelm soll der neue Stadtkämmerer werden.
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Der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Wilhelm soll der neue Stadtkämmerer werden.

Drei Parteitage, ein Ziel: Offenbach soll die kommenden fünf Jahre von einer Ampel-Koalition regiert werden, entschieden am Sonntag die Delegierten beziehungsweise Mitglieder von SPD, Grünen und FDP. Die Genossen designierten zudem ihren Fraktionschef Martin Wilhelm (35) als künftigen Stadtkämmerer.

Offenbach – Die SPD machte am Sonntagmorgen den Anfang. Nach anderthalb Monaten Gesprächen mit Grünen und Freidemokraten hatten ihre Delegierten bei einem virtuellen Parteitag das Wort. Das Votum fiel klar für den Koalitionsvertrag aus. 60 Delegierte stimmten für eine Ampelkoalition, es gab ein Nein und drei Enthaltungen. Unterbezirksvorsitzender Christian Grünewald berichtet von nur wenige kritischen, überwogen habe Zufriedenheit.

Die bei der Kommunalwahl mit Abstand stärkste Kraft gewordenen Genossen stellte auch personelle Weiche für den Magistrat: So soll Fraktionsvorsitzender Martin Wilhelm Stadtkämmerer werden. Gewählt werden kann der 35-jährige Offenbacher im Juli, sobald CDU-Amtsinhaber Peter Freier zweimal abgewählt ist. Die von der Union geführte Tansania-Koalition mit Grünen, FDP und Freien Wählern hatte am 16. März die Mehrheit verloren.

Der frühere Juso-Vorsitzende Wilhelm studierte Wirtschaftsinformatik bei der Lufthansa und arbeitet gegenwärtig im Konzerncontrolling der Deutschen Bahn. Oberbürgermeister Felix Schwenke, selbst einmal Kämmerer und als solcher wieder im Gespräch gewesen, begrüßt die Nominierung: Wilhelm bringe die fachlichen Grundlagen mit, habe sie sich auch als Fraktionsvorsitzender erarbeitet. „Martin gehört zu denen, die einen Haushalt tatsächlich lesen können“, sagte Schwenke unserer Zeitung.

Für den ehrenamtlichen Magistrat nominierte die SPD Fraktionsvize Gertrud Marx und Parlamentsneuling Gabriele Türmer.

Die FDP tagte digital um die Mittagszeit und sprach sich eindeutig pro Ampel aus; es gab 25 Ja- und eine Nein-Stimme. Parteichef Oliver Stirböck zeigte sich mit dem gemeinsam ausgearbeiteten Vertrag sehr zufrieden. Er sei „spannender und ambitionierter“ als das, was mit einer nie richtig aus der Oppositionsrolle herausgekommenen CDU hätte angestrebt werden können. Am designierten Kämmerer Wilhelm lobte Stirböck hohe Auffassungsgabe, politisches Denken und soziale Kompetenz: „Man kann ihm vertrauen, er wird ein guter Dezernent.“

Am Abend trafen sich die Grünen zu einer virtuellen Mitgliederversammlung. Auch sie wollen mehrheitlich die Ampel. Laut Sprecherin Birgit Simon gab es nach einer sehr intensiven Diskussion nur einige Enthaltungen. Es habe sich bewährt, dass je nach Thematik in die Verhandlungen eingebundene Fraktionsmitglieder Detailfragen hätten beantworten können. Dem künftigen Kämmerer Wilhelm hat Birgit Simon bereits gratuliert.. (Von Thomas Kirstein)

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