Klartext für die Vorsorge

Offenbach - (mcr) Vieles könnte leichter sein. Viel Leid und Schmerzen könnten vermieden, viele Menschenleben gerettet werden, wenn Darmkrebs-Patienten nur rechtzeitig wüssten, dass sie welche sind. Denn die bösartige Tumorerkrankung ist grundsätzlich heilbar - falls sie in einem frühen Stadium erkannt wird.

Das „Falls“ wollen die Mediziner, die für nächsten Samstag, 7. März, 10 bis 16 Uhr, zum Aktionstag „Offenbach gegen den Darmkrebs - gemeinsam erreichen wir mehr!“ ins Rathaus (Berliner Straße 100) bitten, mit ihrer Aufklärungskampagne ausschalten. Und deshalb werden sie an Infoständen und in kurzen Fachvorträgen und Fragerunden über Diagnostik und Therapien, den Umgang mit der Erkrankung und ihre Hilfsangebote vor allem für die Vorsorge trommeln - im Klartext.

An Argumenten wird es den Akteuren der Städtischen Kliniken, des Ketteler-Krankenhauses, des Stadtgesundheitsamtes, der niedergelassenen Ärzteschaft und anderen Institutionen nicht mangeln. Mit 70 000 Neuerkrankungen und mehr als 30 000 Todesfällen pro Jahr ist Darmkrebs in Deutschland die zweithäufigste Krebstodesursache sowohl bei Männern als auch Frauen.

Und wen das alleine nicht davon überzeugt, sein ab dem 50. Geburtstag geltendes Recht auf eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung wahrzunehmen, sollte ein vielleicht noch eindringlicheres Argument verinnerlichen: die Ärzteschaft selbst. „Die Mitmachraten bei Vorsorgeaktionen sind in Deutschland schlecht, vor allem bei Männern. Aber bei uns Ärzten ist sie riesengroß“, sagt Professor Andreas Zielke, Chefarzt der Chirurgischen Klinik I der Städtischen Kliniken und wissenschaftlicher Leiter der Aufklärungsoffensive.

Vorsorge, auch das will transportiert werden, bedeutet heutzutage zuerst die Untersuchung einer Stuhlprobe auf Verdachtsmomente und nicht gleich eine Darmspiegelung. Und selbst letztere habe ihren schlechten Ruf nicht mehr verdient, betont Zielke. Die Suche nach Darmpolypen - zunächst gutartige Geschwülste im Dickdarm, die irgendwann entarten und die Krebserkrankung hervorrufen können - sei zwar sicher nicht angenehm, dank der Weiterentwicklung endoskopischer Instrumente aber kein Grund für Gruselgeschichten mehr.

Es gibt noch mehr Irrtümer, mit denen der Aktionstag aufräumen will. Vor allem natürlich mit dem naiven und offensichtlich weit verbreiteten Glauben, dass keinen Darmkrebs bekommen kann, wer die Gefahren ignoriert.

Noch vor dem Darmkrebstag besteht Gelegenheit, am Mittwoch, 4. März, ab 17 Uhr mit drei Fachleuten am Expertentelefon unserer Zeitung zu sprechen: mit dem Chefarzt Dr. Stephan Sahm (Ketteler-Krankenhaus), mit dem niedergelassenen Internisten und Gastroenterologen Dr. Bernhard Winter und mit Professor Andreas Zielke. Die Telefonnummern der Aktion und das ausführliche Programm des Darmkrebstags am Samstag folgen in einer der nächsten Ausgaben.

Kommentare