Von Klassikern in Bann gezogen

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Bernd Egert und Carmen Krieger-Löw von der Marketing-Agentur „Symbiotix“ wissen was ein gern gelesenes Buch haben muss.

Offenbach - Eigentlich konzipieren Dr. Bernd Egert und Carmen Krieger-Löw mit ihren Mitarbeitern technische Newsletter, Kundenmagazine und Produktbroschüren. Mit ihrem neuen Projekt „Weltliteratur á la Carte“ gehen sie nun ganz neue Wege. „Symbiotix“ nennt sich das Marketingbüro an der Dieselstraße 31a. Von Katharina Platt

Entstanden aus der Marketing-Abteilung von „man roland“ arbeiten heute acht Mitarbeiter für ganz unterschiedliche Unternehmen. „Alles, was mit Druck zu tun hat, interessiert uns und da kennen wir uns aus“, erklärt Geschäftsführer Bernd Egert. Das Projekt „Weltliteratur“ steht im Kontrast zum sonstigen Arbeitsfeld der Marketing-Experten. Mit ihm erfüllt sich für Egert aber eine Art Traum: „Ich interessiere mich sehr für Literatur“, verrät er und man spürt, dass es Leidenschaft ist, die den groß gewachsen Mann mit den Klassikern von Goethe, Kaffka und Fontane verbindet. Sein Lieblingsbuch ist Dantes „Göttliche Komödie“, was erahnen lässt, wie viel ihm die Literatur bedeutet. Prokuristin Carmen Krieger-Löw ist mit ebenso viel Herz wie Verstand für den Erfolg des ehrgeizigen Vorhabens verantwortlich.

Infos zu „Symbiotix“ gibt es unter http://www.symbiotix.de

„Weltliteratur á la Carte“ ist keine herkömmliche Reihe großer Werke. Wer eines der Bücher bestellt, kann sich das Design aussuchen und eine persönliche Widmung auf die zweite Seite drucken lassen. 36 Design-Varianten warten auf kreative Kundschaft, die ihr Geschenk personalisieren möchten. Die Marketing-Experten Egert und Krieger-Löw wissen, Literatur wird gerne verschenkt, erhält diese noch eine persönliche Note, macht das Verschenken doppelt Freude. Mit dem Verlag Robbert Baron van Haersolte entwickelte das Duo und seine Mitarbeiter das Konzept der personalisierten Bücher. Unzählige Klassiker von „Effi Briest“ über „Madame Bovary“ bis „Die Leiden des jungen Werthers“. Aus rund 300 Klassikern der Literatur kann gewählt werden. Das Sortiment wird zudem ständig erweitert.

Die verschiedenen Buchdesigns tragen Namen großer Städte: London, Berlin, Weimar, Paris… Irgendwo in einem Bücherregal liegt vielleicht eine Ausgabe Friedrich Schillers „Die Räuber“ mit verschnörkeltem Buchdeckel, Ornamenten an den Kapitelanfängen und mit floralem Signet. Ganz woanders zieht vielleicht jemand ein völlig anderes Exemplar dieses Klassikers aus einem Stapel Bücher. Mit ein paar Klicks kreiert sich der Literaturfan seinen ganz eigenen Lieblingsschmöker. Zum Frühlingsbeginn bietet der Verlag eine Lyriksammlung mit Gedichten rund um den Lenz an. In sanftem Lindgrün präsentiert sich der Gedichtband „Die Fenster auf, die Herzen auf! - Gedichte zum Frühling“. Für 29,95 Euro gibt es den 284 Seiten starken Band samt persönlicher Widmung. Erhältlich ist die Gedichtsammlung bei der Kaffeerösterei Laier am Wilhelmsplatz.

Bei der Umsetzung der gestalterischen Ideen arbeiteten die Kreativen von „Symbiotix“ mit den Designern Peter Reichard und Tanja Huckenbeck von „Typosition“ zusammen, einem Grafik-Design-Büro aus Offenbach, das ebenfalls Teil der Kreativwirtschaft der Stadt ist und in unserer Zeitung bereits portraitiert wurde.

Über die Zusammenarbeit mit ansässigen Firmen und Betrieben freuen sich „Symbiotix“. „Wir stehen zum Standort Offenbach“, sagen Bernd Egert und Carmen Krieger-Löw. Aus diesem Grund planen sie sowohl ein Kochbuch, mit Rezepten von Offenbacher Marktbeschickern, Gastronomen und Marktbesuchern als auch eine Offenbacher Anthologie mit dem Titel „Die Musik der Sprache“.

Offenbach müsse sich nicht verstecken, meinen die Kreativen. Mehr Selbstbewusstsein stünde der Stadt gut. Carmen Krieger-Löw lebt seit 33 Jahren in Stadt und Kreis Offenbach. Zu Beginn ihrer Ausbildung zog sie von Limburg an der Lahn hierher und ist geblieben. Bernd Egert hatte viele Stationen, bis er sich zumindest zum Arbeiten in Offenbach niederließ. Der gebürtige Westfale studierte in Bielefeld, Hamburg und Berlin Mathematik und Astronomie, arbeitete in den USA und in der Sowjetunion und lebt heute in Bensheim. Auf seinem täglichen Weg nach Offenbach freut er sich schon auf das gewisse Etwas der Stadt. „Das multi-kulturelle ist toll - es sollte keine Schwäche sein, sondern zur Stärke werden,“ sagt er und betreibt damit gleichzeitig ein wenig Marketing für die Stadt.

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