Klassisch in Rot und Gold

Offenbach - Es ist das alljährliche Schaulaufen in der Vorweihnachtszeit. Stechende oder weiche Nadeln, klassisches Etagenwerk oder dichtes Astgewirr, dunkelgrüne oder leicht bläuliche Färbung – die Konkurrenz unter den Christbäumen ist groß. Von Fabian El Cheikh

Ihre volle Pracht enthüllten 400 frisch im Regen der vergangenen Tage geschlagene und ungespritzte Exemplare aus dem Spessart gestern beim exklusiven Weihnachtsbaumverkauf unserer Zeitung. Mehrere hundert Leser suchten auf dem Verlagsgelände ihren ganz persönlichen Superbaum des Jahres.

Schwer hatte es einmal mehr die traditionelle Blautanne, raubten ihr Nordmänner und die moderne Nobilistanne doch wieder mal die Schau. Auch Marion Waldschläger findet die rund 1,50 Meter hohe stachelige Blaue „eigentlich widerlich“. Gerade deshalb aber hat die Verschmähte in diesem Jahr eine Chance bei ihr, denn die Neu-Isenburgerin hat zwei junge Kater daheim und die mögen bitteschön die Krallen vom Baume lassen. „Schon jetzt tanzen mir die Kater auf meinem Ficus herum, und Nordmänner würden sie bestimmt auch sehr flauschig finden.“

Bilder vom Baumverkauf

Ansturm auf Weihnachtsbäume

Ihren Superstar gefunden haben auch Iris und Stefan Krämer aus Sprendlingen. Ihr Nordmann schlägt seine Mitbewerber allein schon dank seiner gewaltigen Maße: 3,60 Meter – der höchste Baum, den Erzeuger Franz Korn mitgebracht hat. Und auch figürlich macht er einiges her: „Wunderschön gewachsen“, so die einhellige Meinung.

„Jetzt muss er nur noch schön geschmückt werden“, befindet Iris Krämer. Das aber ist Aufgabe der Kinder, die auch im Alter von 12 und 20 Jahren noch Wert auf Tradition legen. Gold und Rot sind die Farben bei Krämers – wie bei vielen anderen. Eine spontane nicht repräsentative Umfrage ergibt: Der Offenbacher Baum gibt sich klassisch, gerne auch mit selbstgebastelten Sternen und Engeln.

Seit sechs Jahren liefert Erzeuger Franz Korn seine Plantagentannen nach Offenbach. „Der Andrang wird von Jahr zu Jahr größer“, berichtet der Verkäufer. Bereits kurz nach Verkaufsbeginn stehen die Besucher Schlange, bis Mittag sind die meisten Bäume verkauft und im oder auf dem Auto sicher verstaut.

So viel Andrang macht Lust auf einen Glühwein. Auch den gab es neben leckerem Käse von L’Abbate, Waldhonig von Alberts Bienenstock, heißen Hühnern von Nicky, Suppe von Phönix Finest sowie Kunsthandwerk und Töpferwaren.

Rubriklistenbild: © Georg

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