Ein Kleingärtner-Trauma

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Vorne Idylle, hinten Hölle: Die Vermutung, dass da wieder ein Feuerteufel seine Finger im Spiel hatte, liegt nahe. Denn in der Nacht zum gestrigen Mittwoch sind auf den Bieberer Kleingartenarealen viele Hütten und eine Vereinsgaststätte aufgebrochen worden.

Offenbach ‐ Besiegen lassen hatte sich die Angst vor weiteren Untaten schon seit jener Mainacht nicht mehr, als ein Brandstifter die vom Volksmund „Lokomotive“ getaufte Vereinsgaststätte wohl aus Frust über Beutemangel nahezu zerstört hatte. Von Marcus Reinsch

Aber sie hatte sich zumindest der schwachen Hoffnung unterordnen lassen, dass der Bieberer Kleingartenverein-Ost nun möglichst lange verschont bleiben möge von Einbrechern und Feuerteufeln.

Leider eine trügerische Hoffnung, wie sich gestern zeigte. Am Morgen um 5.28 Uhr musste die Feuerwehr wieder in die Schlossmühlstraße ausrücken. Sie brach das Tor auf, löschte schnell. Doch von zwei lichterloh brennenden Gartenhütten blieben kaum mehr als Asche und die Vermutung übrig, dass da schon wieder Einbrecher gezündelt haben. Zumindest entdeckten im Laufe des Tages immer mehr Kleingärtner, dass ihre Domizile geknackt und durchwühlt worden sind.

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Vereinsvorsitzender Hans-Peter Maier wusste bis zum Mittag von acht Einbrüchen; Polizeisprecher Ingbert Zacharias ergänzte die Bilanz am Nachmittag um zehn Einbrüche auf dem Gelände der benachbarten Gartenanlage - plus einen, weil wohl noch während der Löscharbeiten auf dem Ost-Areal gegen 6 Uhr Diebe den Eingang zur Gaststätte des Nachbarvereins aufbrachen. Beute: ungewiss. Sachschaden: enorm.

Dass es auf dem Ost-Areal wieder Brandstiftung war, bezweifelt niemand an der Schlossmühlstraße ernsthaft. Gleichzeitige technische Defekte in den nur ein paar Schritte voneinander entfernten Hütten, das sei zumindest nicht besonders wahrscheinlich, sagt Kleingärtner-Chef Maier. Er ist ratlos. „Ich weiß nicht, was ich machen soll. Kann mich ja nachts nicht auf die Lauer legen und auch keinen damit beauftragen.“ Und in Sachen Versicherung - noch sind die Ost-Gärtner in einem günstigen Gruppentarif - „kann ich mir vorstellen, dass wir rausgeschmissen werden“. Ein Kleingärtner-Trauma.

Lösen lässt es sich kaum. Nächtliche ungebetene Besucher sind die KGVs zwar gewohnt. Aber in der Regel zünden Türknacker die Hütten nicht auch noch an. Eine Chance: die Polizei. Die hat Spuren gesichert und sucht Zeugen: Tel.: 069 80981234.

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