Neuer Publikumsmagnet

Kletterhalle in Offenbach: Bald geht’s hoch hinaus

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Ein Bagger ebnet derzeit das Areal abseits der Sprendlinger Landstraße ein. Bereits in zwei Wochen soll die speziell gedämmte Bodenplatte an Ort und Stelle gegossen werden. Aus bis zu 30 Meter langen Balken setzt eine Firma das Skelett der künftigen Kletterhalle zusammen.

Offenbach - Stadtauswärts Sprendlinger Landstraße, vor dem gelben „M“ rechts ab, am Wegesende links. Die Gartenbrache lässt nicht ahnen, dass dort bereits im Februar ein neuer Publikumsmagnet stehen soll. Von Martin Kuhn 

Lediglich der an einen Pfahl geschraubte vorläufige Briefkasten gibt einen ersten Hinweis: Kletterbar. Ein Projekt mit Leuchtturmcharakter, wie es neuerdings so gern heißt. Und hoch hinaus geht es in diesem Fall tatsächlich! Die Fakten: Eine nahezu 18 Meter hohe Kletterhalle auf einer Grundfläche von 26 auf 22 Meter, mehr als 2400 Quadratmeter Kletterwandfläche (auch außen!), mittig ein Kletterturm mit Überhang, abgetrennt eine weitere, innenliegende, etwa 13 Meter hohe Kletterwand, Schulungsraum, Umkleiden, Sitzecke.

All das soll in drei Monaten stehen. Da ist die eine oder andere Nachfrage gestattet. Die beiden Männer, die dieses Projekt in Offenbach stemmen, heißen Christoph Staehle und Lutz Karpowitz. Und ja, die beiden wissen, von was sie da reden. Kennengelernt haben sich die Alpenvereins-Mitglieder – und nein, es ist keine aufgehübschte Legende – im beziehungsweise auf dem Weg in den Odenwald, einem naheliegenden Eldorado für Bergsteiger aus der weiteren Region. Aus dem Faible fürs Klettern wird schließlich eine Geschäftsidee.

So soll’s werden. Nahezu 18 Meter ragt die Kletterhalle in die Höhe. Rechts zart in Beige angedeutet: Auch an zwei Außenseiten geht’s für die Kletterer ab Februar hoch hinaus. (Bild vergrößern

Wie eine Kletterhalle am (Freizeit-) Markt zu etablieren ist, weiß Staehle, der mehrere Jahre geschäftsführender Gesellschafter von Taunatours (Oberreifenberg) gewesen ist, die unter anderem mit einem Indoor-Hochseilgarten im Dachgebälk Gäste locken. Der ebenfalls drahtige Partner Karpowitz hat neben dem Klettern eine zweite Leidenschaft: „Ich mag Zahlen.“ Vom studierten Volkswirt mit Anstellung bei einer großen Bank darf man erwarten, dass er die finanziellen Aspekte abgesichert hat. Die sind nicht gerade unerheblich: Einen siebenstelligen Betrag investiert die KletterBar GmbH in das Projekt. Gut investiertes Geld, finden Staehle/Karpowitz, die Bergsteiger und solche, die es werden wollen, auf das ehemalige Fredenhagen-Areal locken möchten – und zwar aus der weiteren Region. „Unser Einzugsgebiet umfasst 50 Kilometer, mehr oder weniger“, sagt Karpowitz und ergänzt: „Eine solche Halle sorgt allein für entsprechende Nachfrage.“

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Nach ihren Worten ist es die bislang größte und höchste Kletterhalle in der Region. „Bergsteiger hätten gern 30 Meter; aber was wir bauen ist eigentlich das Maximum.“ Was viele Kletterer an bestehenden Hallen monieren: Es ist ihnen, die ja eigentlich die Ruhe im Berg suchen, zu laut. Heißt: Viele Besucher lassen zwar die Kasse klingeln, nerven aber die Nutzer. Diesem Wunsch wollen Staehle und Karpowitz entsprechen, der sogar in seinem Haus eine kleine Kletterwand fürs Training hat. Zudem dürfen sich Kletterer in Offenbach auf aktuelle Errungenschaften freuen. Etwa einen neu entwickelten Fallschutzboden, der bis zu 70 Prozent der Energie aufnimmt, falls wider Erwarten doch mal jemand abstürzen sollte. Dem Gießen der Bodenplatte (ab 24. November) folgen Aufbau des vorgefertigten Holzskeletts (8. Dezember) und der Wände. Die Herstellung der Felsstruktur und das Festlegen der Kletterrouten geschieht ab dem ersten Arbeitstag im Januar. Die geplante Eröffnung: Ende Februar. Ein ehrgeiziges Ziel? „Ja“, stimmen beide zu.

Aber mal ehrlich: Warum gerade in Offenbach? Da sind die Kletterbar-Protagonisten sehr offen. „Eins war uns klar: Wir wollten diese Halle im Rhein-Main-Gebiet. Mehr stand nicht fest.“ Als sie bei der lokalen Wirtschaftsförderung eher dezent nachfragen, sind sie überrascht. Binnen weniger Stunden liegt ihnen eine Liste mit Grundstücken samt Ansprechpartnern vor. Und mit der Meky GmbH, der die Vermarktung des Fredenhagen-Areals obliegt, haben sie sich beinahe genauso schnell geeinigt. Staehles Eindruck: „Allen war es wichtig, dass etwas passiert.“

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