Energie sparen mit PC und Lichtsensoren

Offenbach - Das große silberne Rohr an dem quadratisch-blauen Gebäude sieht aus wie ein Schiffsschornstein. Doch dieser Schlot ist keine CO2-Schleuder, sondern Teil eines energiesparenden Prestigeprojekts in Offenbach. Von Xenia von Polier (dpa)

Der Neubau an der Rudolf-Koch-Schule ist ein Niedrigenergiehaus mit Erdwärmekollektoren. Drin sorgen ein computergesteuertes Heizsystem und Lichtsensoren für einen niedrigen Energieverbrauch. Das Gebäude ist eine von zahlreichen Maßnahmen, mit denen die Stadt versucht den Klimaschutz voranzutreiben und die Kosten für den Energieverbrauch der öffentlichen Einrichtungen zu senken.

Offenbach gehört zu den Kommunen, die sich in einer Charta zum Energiesparen verpflichtet haben. „100 Kommunen für den Klimaschutz“ heißt die Aktion des hessischen Umweltministeriums. Seit Sommer 2009 ist die Landesregierung auf der Suche nach Städten und Gemeinden, die sich daran beteiligen. Bislang allerdings mit mäßigem Erfolg: Erst 55 der insgesamt 426 hessischen Kommunen haben die Charta unterschrieben und sich damit verpflichtet, in drei Schritten den Klimaschutz voranzutreiben: Mit der Erstellung einer CO2-Bilanz, der Entwicklung eines Aktionsplans und der regelmäßigen Berichterstattung über die Umsetzung.

CO2-Ausstoß alle fünf Jahre um zehn Prozent senken

Doch Offenbach war bereits vor der Unterschrift unter die Charta aktiv. „Die notwendigen Maßnahmen hatte die Stadt schon vor Beginn der Initiative umgesetzt“, sagt Heike Hollerbach, die Leiterin des Umweltamtes in Offenbach. Dafür wurden Fassaden wärmegedämmt, Niedrigenergiehäuser mit Erdwärmesonden gebaut, Solarkollektoren auf öffentlichen Liegenschaften installiert. Seit längerem gehören dazu auch Beratungsstellen für Bürger. Eine Linie zwischen Offenbach und Frankfurt wird mit Elektrobussen ausgestattet. Durch die Teilnahme an einem Förderprogramm des Bundesumweltministeriums verpflichtete sich Offenbach 1998, alle fünf Jahre seinen CO2-Ausstoß um zehn Prozent zu senken. Die jährliche Kohlendioxid-Emission soll bis 2030 auf rund 740 000 Tonnen reduziert werden. Dies wäre ein Rückgang um 41 Prozent im Vergleich zum 2005 (1,26 Millionen Tonnen).

Im Gegensatz zum Bundesprojekt wird die hessische Aktion „100 Kommunen für den Klimaschutz“ von der Landesregierung in Wiesbaden nicht finanziell unterstützt. „Die hessische Nachhaltigkeitsstrategie wurde beschlossen, ohne dass dafür ein großer Etat vorgesehen wurde“, sagt Eckhard Hein, Leiter des Projektbüros beim Umweltministerium. Vorgesehen ist nur eine kostenlose Beratung der Kommunen. Die Einsparmöglichkeiten beim Energieverbrauch sollen als Anreiz genügen. Aus Sicht Hollerbachs lohnt sich die Teilnahme am hessischen Projekt - nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell. „Es gibt zahlreiche Finanzierungsmöglichkeiten für Klimaschutzprojekte. Die einzige Schwierigkeit ist, jeweils das passende Projekt zu finden“, sagt die Leiterin des Offenbacher Umweltamts.

Rubriklistenbild: © Rainer Sturm / Pixelio

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