Klinik-Förderverein löst sich auf

Offenbach - Er war über Jahre ein willkommener Bettler fürs städtische Krankenhaus, zum Jahresende wird Schluss damit sein: Der 2008 gegründete Förderverein Klinikum Offenbach löst sich auf.

Wie Vorsitzender Hermann Schoppe berichtet, trägt der bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einstimmig gefasste Beschluss dem Umstand Rechnung, dass mit der Übernahme des Klinikums durch die private Sana Kliniken AG der eigentliche Vereinszweck nicht mehr verfolgt werden kann.

Am 18. Mai 2008 hoben 18 Beschäftigte, Politiker, Freunde und Förderer des damals noch städtischen Klinikums den Verein aus der Taufe. „In unserer mehr als fünfjährigen Tätigkeit konnten wir mehr als 450.000 Euro an Spendengeldern sammeln und damit vielen Patienten unseres Klinikums helfen sowie hilfsbedürftige Personen unterstützen“, fasst Schoppe die erfolgreichen Aktivitäten zusammen.

Mit etwa 175 Mitgliedern und weiteren 13 Sponsoren als „privilegierten Mitgliedern“ sei es dem Verein gelungen, große Spendensummen auch durch öffentliche Veranstaltungen zu sammeln: vier Benefizkonzerte, davon zwei mit dem Frankfurter Collegium Musicum, eine Veranstaltung in hessischer Mundart und ein Gospelkonzert, jeweils verbunden mit einem Honorarverzicht der Akteure, hätten zu Projekten beigetragen, auf die man im Rückblick stolz sein könne.

Engagement des Fördervereins

Dass das Engagement des Fördervereins dauerhaft Wirkung zeigt, macht Schoppe an zahlreichen Beispielen fest: Dachgarten-Spielplatz der Kinderklinik, dessen technische Fertigstellung freilich noch aussteht; Anschaffung eines Brust-Ultraschallgeräts in der Gynäkologie; namhafte Zuschüsse für die Gefäßchirurgie, die Unfallchirurgie, die Psychiatrie, die Dialyseabteilung, die Kurzliegerstation in der Zentralen Notaufnahme; Behandlung von zwei schwerverbrannten Kindern; oder auch Ausstattungshilfen für die Empfangshalle, die Kapelle und mehrere medizinische Abteilungen.

Um so mehr schmerze die unumgänglich gewordene Auflösung, sagt der Vorsitzende. Dem Förderverein sei es aber jetzt durch die mehrheitliche Übernahme durch einen privaten Klinikbetreiber unmöglich gemacht worden, sich weiter „uneigennützig, mit Herzblut und erfolgreich für die Patienten und Beschäftigten unseres städtischen Krankenhauses zu engagieren“. Hermann Schoppe legt Wert auf die Feststellung: „Wir haben satzungsgemäß vollkommen ehrenamtlich für unser Klinikum gearbeitet.“

Kaum verwunderlich, dass Sana-Geschäftsführer Dr. Jens Schick das beschlossene Aus für einen eifrigen Spendensammler bedauert. „Wir hätten es sehr begrüßt, wenn der Verein weitergearbeitet hätte.“ Seine Leistungen zur Unterstützung des Klinikums und kranken Menschen in besonderen Notsituationen verdienten Respekt, resümiert Sana-Chef Schick seine Eindrücke von den zahlreichen Vereinsaktivitäten und deren nachhaltiger Wirkung fürs Klinikum.

mad

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