An der Klinik die Parkfalle gestellt

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Wann hier kostenpflichtig geparkt werden darf, ist klar. Über die restlichen Stunden lässt der Automat die Verkehrsteilnehmer allerdings im Unklaren.

Offenbach - Es dürfte eines der einträglichsten Reviere für Offenbachs Hilfspolizisten sein: Die Abstellbuchten an einer von der Arndtstraße abzweigenden Sackgasse zwischen Starkenburgring und Klinikgelände verführen zu bestimmten Zeiten förmlich zum Falschparken. Von Thomas Kirstein

Viele Autofahrer unterliegen wegen unzureichender Informationen dem Irrtum, sie müssten nur in der Zeit von 14 bis 20 Uhr bezahlen, während ansonsten das Parken dort kostenlos sei.

Wer sich deshalb ein Knöllchen einfängt, dem muss die Regelung wie eine bewusst aufgestellte Parkfalle erscheinen. An der Einfahrt soll eine Kombination aus drei übereinander gehängten Schildern die Regelung vermitteln, die in der in einen Wendehammer mündende Straße gilt: oben das Zeichen für Halteverbot mit dem Zusatz „Zone“, in der Mitte der Texthinweis „Parken mit Parkschein von 14 - 20h 2 ½ Std.“, darunter die Erlaubnis „Bewohner mit Parkausweis für Bezirk F frei“.

Beim Einbiegen von der Arndtstraße nur zu erfassen, wenn man stehen bleibt und nach oben blickt. Aber auch dann wird die Regelung am Starkenburgring kaum eindeutiger - nicht jedem erschließt sich, dass eigentlich generelles Parkverbot mit Ausnahmen herrscht. Foto: Kirstein

Soll eigentlich heißen: Krankenhausbesucher, um die es sich bei den meisten Parkern handelt, dürfen ausschließlich innerhalb von sechs Nachmittags- und Abendstunden dort gegen Bezahlung ihre Autos abstellen. Das erschließt sich aber beim zügigen Einbiegen auch dank hoch gehängter Tafeln nur den wenigsten Menschen.

Das In-die-Irre-Führen komplettiert der Parkscheinautomat: Auch er verrät lediglich, dass von 14 bis 20 Uhr zu zahlen ist. Außerhalb des Zeitraums nimmt das Euro-Grab einfach kein Geld an - was verständlicherweise als Angebot des Gratis-Parkens interpretiert wird. Doch Vorsicht: In der Grünanlage lauert schon der Hipo...

Stadt-Sprecher Matthias Müller hat auch keine Erklärung parat, warum auf Offenbachs Parkautomaten keine unmissverständlichen Aussagen gemacht werden. Er verspricht eine Überprüfung.

Vor zwei Jahren hatten permanente Zeitungs-Spitzen gegen eine heimtückische Parkfalle Erfolg. Am nördlichen Waldstraße-Ende gaukelten Automaten den Verkehrsteilnehmern vor, sie dürften kostenlos parken, während tatsächlich von 8 bis 11 Uhr ein kaum zu erkennendes Parkverbot bestand. Ende März 2009 erfolgte die Entschärfung: Seitdem ist auf dem Seitenstreifen nach der Einmündung Bleichstraße das Parken mit Schein von Montag bis Freitag von 8 bis 19 und an Samstagen von 8 bis 16 Uhr gestattet.

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