Klinik-Zukunft kostet rund 150 Millionen

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Bis zu 300 Handwerker unterschiedlichster Profession arbeiten täglich im Klinik-Neubau, damit der Umzug am 19. Dezember beginnen kann.

Offenbach - Ab heute 158 Tage bis zum Startschuss für das neue Städtische Klinikum. Ob der 19. Dezember auch der Tag sein wird, an dem tatsächlich alle Patienten vom alten Hochhaus in den modernen Klinik-Kamm übersiedeln können, wird sich vermutlich erst nach den Sommerferien entscheiden. Von Marcus Reinsch

Es gebe verschiedene Wege, die logistische Herausforderung des Umzugs vieler hundert Menschen zu meistern, sagte Klinikum-Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt gestern. Ohne Hürden sei keiner.

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Fest steht mittlerweile, dass die Patienten mindestens einmal werden umsteigen müssen - von Bett zu Bett. Für den Neubau tausche das Krankenhaus seinen gesamten Bestand aus, kündigte Schmidt an. Die nach teils mehr als 30 Jahren ständigen Gebrauchs auszurangierenden Modelle „verschrotten oder verschenken wir wohl“.

Abschiedsschmerz dürfte da kaum aufkommen. Den Reiz des Neuen mit funktional fragwürdigen Mitbringseln aus der Vergangenheit zu verwässern, würde kaum zum Wunsch des Klinikums passen, dass der potentielle Kunde künftig von Architektur und Interieur auf die medizinische Qualität der Institution schließen möge.

Die Zukunft wird teurer als gedacht

Bisher ist das nicht möglich“, stellte die Architektin Petra Wörner von der Planungsgesellschaft Wörner und Partner fest. Der bisherige Zentralbau ist weder schön noch gesund - „marode“ ist für das 1974 erbaute und damals als modernstes Klinikum Hessens gefeierte Hochhaus heute fast schon ein Kompliment. Alleine zwischen Montag und Mittwoch vergangener Woche mussten Handwerker sechs Wasserrohrbrüche verarzten; das „Noch“ in seiner Einschätzung, dass die Patienten bis auf wenige Ausnahmen noch nichts von den Mängeln bemerken, betonte Schmidt gestern besonders. 

Die Zukunft wird teurer als gedacht. Auf Basis der ursprünglich veranschlagten 142 Millionen Euro für den Neubau rechnet Schmidt mit „acht Prozent Baukostensteigerung“, hofft aber, unterm Strich doch mit 150 Millionen Euro davon zu kommen.

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Dafür gibt’s dann einen Neubau, der sowohl architektonische, wirtschaftliche, logistische und vor allem medizinische Ansprüche bedient. Die Liste der Neuerungen ist lang. Aus ärztlicher Sicht hob der stellvertretende ärztliche Direktor Prof. Reinhard Hoffmann gestern die der Entlastung einzelner Stationen dienende neue Aufnahmestation und die von Medizinern jeder Fachrichtung besetzte Diagnostik auf einer räumlichen Ebene, die fachübergreifenden Organzentren, die Erweiterung der Intensiv- und Beobachtungsplätze auf rund 100 Betten und die neue Notaufnahme hervor. Samt seiner medizinischen Nebenschauplätze, ergänzte Schmidt, werde das Klinikum 886 voll- und teilstationäre Betten vorweisen können.

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