Kliniken könnten in einem Verbund Millionen sparen

Offenbach - (psh) Im Rhein-Main-Gebiet gehen viele kommunale Krankenhäuser finanziell am Stock. Ein Gutachten empfiehlt jetzt die Kooperation der Kliniken Offenbach, Darmstadt, Hanau und Wiesbaden in einem Verbund. Die Sparpotentiale liegen demnach bei etwa 35 Millionen Euro.

Nach offiziell noch nicht bestätigten Angaben kommt die Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO zu dem Ergebnis, dass die vier Kliniken bei der medizinischen und pflegerischen Versorgung Mehreinnahmen von etlichen Millionen Euro und auf dem nichtmedizinischen Gebiet Einsparungen von fast 15 Millionen Euro erzielen könnten.

Vor allem die Klinikchefs und Stadt-Verantwortlichen in Wiesbaden und Offenbach treiben den Zusammenschluss der vier regionalen Großkrankenhäuser voran. Es geht um ein Mammutbündnis: Mehr als 2800 Betten könnte die Rhein-Main-Klinikgruppe anbieten.

Lesen Sie zu diesem Thema auch: „ Wie Offenbach das Klinkum retten will

Hans-Ulrich Schmidt, der Geschäftsführer der Klinikum Offenbach GmbH, drückt bei den Kommunalpolitikern, die nun mit der Vertragsgestaltung am Zug sind, aufs Tempo. Seine Warnung: Wenn nicht zeitnah entschieden werde, dann könne es durchaus sein, dass man den Offerten von privaten Klinikträgern nachkommen müsse. Dass der private Krankenhaus-Betreiber Rhön-Kliniken Zukäufe in Milliardenhöhe plane, erhöhe den Druck auf die Verantwortlichen in Offenbach, so Schmidt. Der Verbund sei eine „historische Chance“ für die Stadt: „Bis Mitte 2010 müssen wir es hinbekommen“, mahnt er.

Stadt-Kämmerer Michael Beseler unterstreicht, Offenbach wolle die kommunale Trägerschaft der Klinik bewahren. Im Ringen um die Verbundlösung gehe es jetzt unter anderem um finanzielle Altlasten des Krankenhauses und die Verlängerung des Sanierungstarifvertrags.

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare