Kliniken in Region: Keine Probleme

Offenbach ‐ Medizinermangel an Krankenhäusern? Patienten in der Region müssen sich derzeit noch keine Sorgen machen: Ein Personalproblem beim Ärztestab gibt es - bisher jedenfalls - im Klinikum Offenbach, im Klinikum Hanau und der Asklepios Klinik in Langen nicht. Von Siegfried Josef Michel 

Von der Asklepios Klinik in Seligenstadt gab es zu dem Thema keine Antwort. Bekannt ist aber, dass dort der Fortbestand der Geburtshilfe zweifelhaft ist, nachdem zwei der drei Mediziner ihre Belegarzttätigkeit für Gynäkologie und Geburtshilfe zum 1. Juli gekündigt haben. Geschäftsführerin Dr. Dagmar Federwisch hatte gegenüber unserer Zeitung im März erklärt: „Nach geeigneten Nachfolgern suchen wir seit geraumer Zeit.“ Ob diese Suche inzwischen Erfolg hatte, ist nicht zu klären gewesen.

Kein Medizinermangel, heißt es dagegen übereinstimmend in Offenbach, Hanau und Langen. Aber, so räumt Hans-Ulrich Schmidt, Geschäftsführer des Klinikums Offenbach ein, es sei schwieriger geworden offene Stellen zu besetzen, was aber bisher immer gelungen sei. Bestätigt wird dies vom Pressesprecher des Hanauer Klinikums, Joachim Haas-Feldmann: Zwar finde man für alle Positionen früher oder später den passenden Arzt, doch „im Unterschied zu früher müssen wir mehr Geld für die Personalakquise ausgeben, das heißt mit Hilfe von Personalberatern/Headhuntern in Einzelfällen den passenden Facharzt suchen.“

Kliniken setzen auf Leihärzte

Schmidt betonte, dass seit 2006 am Klinikum Offenbach 20 zusätzliche Arztstellen geschaffen worden sind. Zudem habe man 14 Kodierkräfte für die Dokumentation eingestellt, um die Mediziner zu entlasten. Derzeit gebe es quer durch die Fachbereiche zehn offene Arztstellen bei insgesamt 320 Medizinern. Dies liege aber bei einer Fluktuation von fünf bis zehn Prozent völlig im Bereich des Normalen.

Um Spitzen beim Arbeitsanfall abzufangen, setzen die Kliniken Leihärzte ein. Vier bis fünf sind es laut Schmidt im Klinikum Offenbach. Vom kurzfristigen Einsatz eines Leiharztes im Bereich Anästhesie an der Asklepios Klinik Langen berichtete der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Dr. Ernst Hanisch. Auch das Hanauer Klinikum muss sich in der Anästhesie vorübergehend mit Honorarärzten behelfen. „In zwei Monaten sind aber wieder alle Stellen mit fest angestellten Ärzten besetzt“, so Haas-Feldmann. Reagiert haben die Häuser auch auf den zunehmenden Anteil von Frauen im Medizinbereich und dem Wunsch nach familienfreundlichen Arbeitszeiten. Man sei flexibel aufgestellt und habe eine klare Strategie, sagt z.B. Hanisch. Man wolle, „dass die Mitarbeiter Beruf und Familie vereinbaren können.“ Als Stichworte werden u.a. genannt: Teilzeit, Gleitzeiten oder etwa spezielle Schichtarbeitspläne, wo En-Bloc-Arbeitszeiten mit längeren Freizeitphasen wechseln. Das Klinikum Offenbach bietet seinen Mitarbeitern sogar einen Betriebskindergarten und -hort mit 100 Plätzen, der von 6 bis 19 Uhr geöffnet ist.

Rubriklistenbild: © dpa

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