Klinikum benötigt frisches Geld

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Weil 30 Millionen genehmigtes Eigenkapital auf Eis liegen, müssen Konten höher überzogen werden.

Offenbach (fp/tk) ‐ Muss die Klinikum Offenbach GmbH für laufende Ausgaben bei Banken Geld pumpen, was gegenwärtig stets der Fall ist, steht die Stadt als Bürge bereit.

Bisher wurden Sicherheiten für eine Kontoüberziehung in Höhe von 33 Millionen Euro gewährt. Das reicht nicht mehr aus, weshalb sich der Offenbacher Magistrats gestern mit einer Vorlage des Krankenhausdezernenten, Stadtkämmerer Michael Beseler, beschäftigte: Es geht um die Übernahme einer weiteren Ausfallbürgschaft in Höhe von 17 Millionen Euro für Kontokorrentkredite.

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Einem neuen Sachverhalt oder einer aktuell weiteren Verschlechterung der Finanzlage am Starkenburgring ist das allerdings nicht geschuldet. Hintergrund ist vielmehr, dass die von der Stadtverordnetenversammlung unter bestimmten Voraussetzungen genehmigte Aufstockung des Klinik-Kapitals um 30 Millionen Euro auf absehbare Zeit nicht wirksam wird. Solange aber das Krankenhaus nicht besser abgesichert ist, gibt es keine langfristigen und damit kostengünstigere Kredite. Es muss teures Banken-Geld in Anspruch genommen werden, um das Stadtkrankenhaus liquide zu halten. Einen Stadtverordnetenbeschluss zur Freigabe der 30 Millionen Euro für die Aufstockung des Eigenkapitals konnte Kämmerer Beseler offenbar nicht abwarten, was wiederum belegt, wie sehr das Liquiditätsproblem die Klinikleitung drückt.

Inzwischen arbeiten Unternehmensberater an einem mittelfristig angelegten Fitnessprogramm für das Klinikum. Kurzfristig optimiert werden sollen unter anderem die zentrale Belegungssteuerung und die Notaufnahme inklusive Inbetriebnahme der Aufnahmestation mit zehn Betten im Nachtbetrieb. Ziel sei die Auslastung der Bettenkapazität mit 87,5 Prozent und die Vermeidung jeglicher Flurbetten, heißt es.

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