Land zerschlägt Hoffnungen

Klinikum vor Insolvenz oder Verkauf

Offenbach - Das Klinikum Offenbach soll offensichtlich weder mit weiteren städtischen Millionen am Leben erhalten werden noch in einem hessischen Krankenhausverbund Aufnahme finden. Von Thomas Kirstein

Nach Informationen unserer Zeitung hat der Magistrat gestern Abend die Stadtverordnetenfraktionen informiert, dass somit nur der Gang in die Insolvenz oder der schnellstmögliche Verkauf an einen vermutlich privaten Interessenten als Alternativen bleiben. Details über die der Stadt bei Gesprächen mit Finanzministerium und dem Regierungspräsidium übermittelte Hiobsbotschaft sollen heute bekannt gegeben werden: Die mehr als 2000 Mitarbeiter werden heute bei einer Betriebsversammlung informiert.

Das Klinikum mit seinem 2010 eingeweihten, bis zu 170 Millionen Euro teuren Neubau steckt tief in den roten Zahlen. Allein 2011 betrug der Verlust 46 Millionen Euro. Um eine Sanierung bemüht sich eine vom kommunalen Berliner Klinikverbund Vivantes übernommene Managerin. Spätestens 2015 sollte das Haus schwarze Zahlen schreiben. Um die Zahlungsfähigkeit zu erhalten, war die Stadt bereit, bis zu 180 Millionen Euro beizusteuern.

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Politisches Credo war immer der Erhalt des Krankenhauses in kommunaler Hand. Dessen ungeachtet hatte der Regierungspräsident der Stadt aufgetragen, Partner fürs Klinikum zu finden. Das folgende kostspielige „Markterkundungsverfahren“ wurde inzwischen gestoppt. Die Angebote seien völlig inakzeptabel gewesen, begründete der Klinikdezernent, Bürgermeister Peter Schneider (Grüne). Zweifel an einer Rettung durch einen hessischen Klinikverbund äußerte schon früh die parteipolitische mit dem Regierungspräsidenten verbundene Offenbacher FDP, die einen Verkauf als wahrscheinlichste Entwicklung prophezeite.

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