Klinikum: Knatsch in der Koalition

Offenbach (fel) - Das Klinik-Desaster offenbart inzwischen auch offene Wunden innerhalb der Rathauskoalition von SPD, Grünen und Freien Wählern (FW). Bei ihrer Mitgliederversammlung am Mittwoch zeigten die Freien Wählern den Koalitionspartnern die gelbe Karte.

Vorangegangen war eine äußerst emotionale Diskussion bezüglich der jüngsten Entwicklungen des Offenbacher Klinikums.

Die FW werfen ihren Partnern vor, ihnen wichtige Informationen vorenthalten zu haben. Demnach erfuhr der Wählerverein eigenen Aussagen zufolge „erst nachträglich von der Haltung des Regierungspräsidenten zum damaligen Antrag zur Stärkung des Eigenkapitals des Klinikums in Höhe von 30 Millionen Euro“. Die Einschätzung des RP sei Vertretern der Koalitionspartner bereits bekannt gewesen.

„Dieser Umstand hat die Emotionen bei unserer Mitgliederversammlung zum Überkochen gebracht“, fasste gestern Steffen Schroeder, Vorstandsvorsitzender der Freien Wähler, den Ärger der Mitglieder zusammen. „Eine Partnerschaft lebt von Vertrauen, dieses ist derzeit etwas angeschlagen,“ ergänzte Mitglied Stefan Dingeldein.

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Skeptisch zeigt sich die Fraktion darüber hinaus gegenüber dem von den Piraten angestrebten Bürgerbegehren: „Die neuesten Diskussionen hinsichtlich eines Bürgerbegehrens wurden von unseren Mitgliedern äußerst kritisch betrachtet“, berichtete Schroeder.

Seit 2011 regiert in Offenbach Rot-Grün zusammen mit den Freien Wählern, die mit zwei Stadtverordneten – Dieter Jahn und Annette Schroeder – im Parlament vertreten sind. Dank ihnen verfügt die Koalition über eine knappe Mehrheit von einer Stimme.

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