Nach Strafanzeige

Klinikum kontert Firmen-Vorwürfe

Offenbach - Das Management des Klinikums Offenbachs bricht sein Schweigen zu den Vorwürfen eines Geschäftsmanns.

Wie berichtet, wirft Ulrich Link, Geschäftsführer der Fuldaer Firma LFD, der früheren Leitung des Krankenhauses vor, im Zusammenhang mit Vermittlung ausländischer Patienten vereinbarte Zahlungen nicht geleistet zu haben.

Seine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt betrifft „Eingehensbetrug“ – ein solcher liegt vor, wenn nie die Absicht bestand, die aus einem Vertrag erwachsenden Verpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen.

Nach Presseveröffentlichungen kontert das Klinikum auf der zivilrechtlichen Ebene: Der von Link geschilderte Sachverhalt sei irreführend und unzutreffend. Die Klinikum GmbH habe vertraglich zustehende Zahlungen sämtlich erbracht. „Seine Behauptung, er habe vom Klinikum nie Geld erhalten, ist falsch“, heißt es in einer schriftlichen Erklärung.

Auf Strafanzeige folgt Strafanzeige

Unterdessen hat das von Link neben den Ex-Geschäftsführern Hans-Ulrich Schmidt und Gunnar Sevecke angezeigte ärztliche Direktorium mit den Professoren Norbert Rilinger und Harald Klepzig Strafanzeige gegen Link wegen dessen ungerechtfertigter Strafanzeige erstattet.

Für das Klinikum stellt sich der Sachverhalt völlig anders dar als von Link schriftlich der Staatsanwaltschaft geschildert: Grundlage der seinerzeitigen Zusammenarbeit zwischen der Firma LFD und der Klinikum GmbH sei nach der Beendigung des Projekts „Abu Dhabi“ (dafür sollte Link Patientenflüge aus dem Emirat nach Offenbach organisieren) eine Vereinbarung vom März 2010 gewesen. Diese habe sowohl eine Aufwandsentschädigung pro Patient (1500 Euro) als auch eine einmalige – und auch bezahlte – Abschlussgebühr vorgesehen. Streit entstand laut Klinikum über die Pauschalen: „Unstreitig hatte Herr Link zwei ausländische Patienten vermittelt, die sodann im Klinikum Offenbach behandelt wurden.“ Dafür habe es Geld gegeben.

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Link glaubt indes, ihm stünde Geld nicht nur für von ihm vermittelte, sondern für sämtliche im Klinikum behandelten ausländischen Patienten zu. Die Forderung – er unterstellte 130 Patienten – ging vors Landgericht Marburg. Das schmetterte nach Angaben der Offenbacher die Klage rundum ab - das Urteil liegt uns inzwischen vor. Entgegen der Darstellung von Link, der in Revision ging, habe sich das Gericht nie mit einer Forderung über 40.000 Euro befasst.

„Abu Dhabi“ einvernehmlich geregelt

Der Komplex „Abu Dhabi“ sei seinerzeit einvernehmlich geregelt worden, heißt es im Text des Klinikums. Link habe „diesen Aspekt nunmehr nur zur Stimmungsmache angeführt“. Mit außergerichtlichem Schreiben vom 6. März 2013 und parallel zum weiteren Rechtsstreit begehrt Link 32 .130 Euro für angeblich von ihm im Jahr 2010 vermittelte 18 ausländische Patienten. Von denen weiß das Klinikum nichts, wie es ihm, bislang ohne Reaktion, am 2. April mitteilte.

„Demzufolge sind die Vorwürfe völlig aus der Luft gegriffen“, schreibt die Klinik-Spitze. Da Link verstanden habe, dass er keine Forderungen gegen das Klinikum besitze, versuche er mit unlauteren Mitteln, weitere Zahlungen zu erreichen.

tk

Rubriklistenbild: © dpa

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