Sana übernimmt das Ruder

Therapiestart für Klinikum

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Offenbach - In Offenbach kehren neue Besen: Seit gestern firmiert das Krankenhaus unter dem Namen „Sana Klinikum Offenbach“. Der neue Eigentümer machte klar, dass er schnell den Gesundungsprozess vorantreiben will. Eine teils neue Führung wurde vorgestellt.

Im Dezember beginnt der Abriss des alten Bettenhochhauses.

Lesen Sie zum Sana-Start am Klinikum einen Kommentar von Chefredakteur Frank Pröse

Die Sana-Kliniken haben gestern das Zepter im Klinikum Offenbach übernommen. Nach der Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung im Mai und der Genehmigung des Kaufs durch das Bundeskartellamt im Juni hatte der Übernahme durch Deutschlands viertgrößten Klinikkonzern zum 1. Juli nichts mehr im Wege gestanden. Bei einer gut besuchten Mitarbeiterversammlung in der Aula der benachbarten Beethovenschule stellte sich die neue Leitung gestern vor.

Mecke-Bilz und Schick bilden Doppelspitze

Geführt wird das Sana Klinikum Offenbach künftig von einer Doppelspitze aus Franziska Mecke-Bilz (bislang Allein-Geschäftsführerin) und Dr. Jens Schick, Generalbevollmächtigter bei Sana. Insgesamt besteht das Team, das jetzt in Offenbach im großen Stil sanieren und umbauen soll, aus fünf Sana-Spitzenmanagern.

Weitere wichtige Personalentscheidungen: Der Ärztliche Direktor, Professor Norbert Rilinger, und Pflegedienstchefin Susanne Braun behalten ihre Ämter. Für die Position des neu zu besetzenden Aufsichtsratschefs ist Sana-Vorstand Thomas Lemke vorgesehen.

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In Umrissen wurde deutlich, mit welchen Veränderungen in den nächsten Monaten gerechnet werden muss. Ganz oben auf der Liste stehen bauliche Maßnahmen auf dem Klinikum-Campus. So sollen die Bagger zum Abriss des Klinik-Altbaus im Dezember anrollen. Der Einkauf wird zentralisiert. Weitreichende Personalentscheidungen sind aber noch nicht getroffen worden. Sana-Vorstand Thomas Lemke machte aber deutlich, dass das Klinikum jetzt intensiv weitere medizinische Kooperationspartner sucht. Der Marktanteil von derzeit etwa 45 Prozent soll auf mindestens 60 Prozent gesteigert werden.

Skepsis unter den Mitarbeitern noch nicht vollends beseitigt

Bei den über Jahre krisengebeutelten Mitarbeitern warb Sana-Vorstandschef Michael Philippi für den künftigen Kurs mit Begrüßungshandschlag und Lob. Doch offenbarte sich eine noch immer verbreitete Skepsis unter den Mitarbeitern in Fragen an den Vorstand. Philippi betonte die Bedeutung des Kaufs für seinen Konzern; Offenbach ist der erste Sana-Standort in Rhein-Main und soll die „Startbahn“ für das Unternehmen in Hessen sein.

Bürgermeister und Klinik-Dezernent Peter Schneider – die Stadt hält noch zehn Prozent am Klinikum – sah durch die Übernahme zwar Aufbruchstimmung, betonte aber zugleich, dass Vergangenheitbewältigung nach wie vor nötig sei. Zu diesem Zweck hat das Stadtparlament einen Untersuchungsausschuss eingesetzt.

psh

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