Radikalkur fürs Klinikum

Offenbach - Mit radikalen Maßnahmen wollen die Verantwortlichen des Klinikums Offenbach aus den roten Zahlen kommen. Auch zahlreiche Mitarbeiter müssen um Stellen oder Gehälter fürchten.

Stellen streichen, Investitionen stoppen, Stationen schließen, Gehälter kürzen. Mit einer Rosskur will das Klinikum Offenbach finanziell gesunden. Im ersten Schritt hat die Geschäftsführung geplante Investitionen in Millionenhöhe gestrichen. Außerdem fallen 300 Stellen weg, davon etwa 70 bis Ende dieses Jahres. Darüber hinaus schloss Geschäftsführerin Franziska Mecke-Bilz am Mittwoch einen weiteren Gehaltsverzicht für die rund 2700 Beschäftigten als Beitrag zur Sanierung nicht aus.

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Das kommunale Klinikum steckt seit seiner Gründung 2005 in tiefroten Zahlen. Das Gesamtdefizit beträgt mehr als 220 Millionen Euro. Für 2011 erwartet das Haus ein Minus von 42 Millionen Euro, knapp 10 Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr. Die Stadt musste das Krankenhaus in diesem Jahr mit einer Finanzspritze von 30 Millionen Euro vor der drohenden Insolvenz retten. Nach Aussage von Stadtkämmerer Michael Beseler (SPD) bleiben sechs Monate Zeit, um eine dauerhafte Lösung für das Überleben des Klinikums zu finden. Dazu müssten auch Gespräche mit dem Land geführt werden. Die Geschäftsführung des Krankenhauses hat vorübergehend der Berliner Krankenhauskonzern Vivantes übernommen.

dpa

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