Klinikum: Stadt zieht Reißleine

Offenbach (mad) ‐ Die Stadt Offenbach pumpt wie erwartet erneut frisches Geld in ihr Krankenhaus. Um die drohende Insolvenz der Klinikum GmbH abzuwenden und um den Betrieb sicherzustellen, hat der Magistrat gestern eine Erhöhung des Eigenkapitals um 30 Millionen Euro beschlossen.

Gleichzeitig hat sich die Vermutung bestätigt, dass es einen Wechsel an der Spitze des Krankenhauses geben wird. Der bisherige Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt, der seit April 2003 das Klinikum leitet, wird auf eigenen Wunsch seinen Sessel räumen, heißt es.

In einem ersten Schritt soll nun ein mit dem Betrieb kommunaler Krankenhäuser erfahrenes Unternehmen - vermutlich die Berliner Vivantes-Holding - die Leitung des Offenbacher Klinikums übernehmen.

Zum einen erhoffe man sich, dass ein solcher Geschäftsbesorger kurzfristig und mit einem Blick von außen die Probleme des Klinikums angehe, so Stadtkämmerer Michael Beseler. Zum anderen werde die neue Leitung den notwendigen Prozess begleiten, einen Partner für das Klinikum zu finden. Der bisherige Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt soll noch so lange im Amt bleiben, bis das beauftragte Unternehmen seine Tätigkeit aufgenommen hat.

Beseler bekräftigt, ein Krankenhaus der Maximalversorgung bleibe in Offenbach unverzichtbar. Doch trotz weiter steigender Patientenzahlen seien die Erlöse hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Als wesentliche Ursachen für diese Entwicklung nennt er Kürzungen der Leistungsentgelte für Krankenhäuser im Zuge der Gesundheitsreform und die Belastung des Klinikums durch Zinsen und Abschreibungen für den Neubau. Beseler: Die in den vergangenen zwölf Monaten eingeleiteten Maßnahmen hätten nicht ausgereicht, um die zusätzlichen Belastungen auszugleichen.

Rubriklistenbild: © Georg

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