Klinkenputzen lohnt sich

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Das Unternehmen GKN Driveline bewegt die Welt im wahrsten Wortsinn: In vier von zehn Autos, die auf der Welt unterwegs sind, arbeiten Antriebswellen aus Offenbach. GKN-Geschäftsführer Wolfgang Huberti (rechts) zeigte Beatrix Schnitzius, Chefin der Offenbacher Arbeitsagentur, gestern, was die Firma noch alles zu bieten hat.

Offenbach ‐ Heute schwärmen sie wieder aus, die Mitarbeiter der Arbeitsagentur. Es ist „Tag des Ausbildungsplatzes“. Heißt: 25 Berater und Vermittler werben für mehr Ausbildung in den Betrieben. Von Barbara Hoven

Dazu gehören auch Unternehmensbesuche, bei denen über die Ausbildungssituation gesprochen wird. Beatrix Schnitzius, Chefin der Offenbacher Arbeitsagentur, hofft auf möglichst fruchtbares Klinkenputzen. Schließlich sind im Bezirk der Agentur derzeit 1270 junge Leute gemeldet, die noch in diesem Jahr eine Ausbildung beginnen wollen. Dem stehen 907 unbesetzte Lehrstellen gegenüber.

Die Klinke, die die Chefin gestern selbst drückte, ist längst poliert. Während ihre Mitarbeiter heute neue Lehrstellen aquirieren, war Beatrix Schnitzius in Sachen Bestandspflege unterwegs. Am Tag vor dem heutigen „Tag des Ausbildungsplatzes“ stattete sie der Offenbacher Vorzeigefirma GKN Driveline einen Besuch ab und nutzte die Gelegenheit, der Firma Anerkennung für ihr Ausbildungsengagement auszusprechen. „Der Fachkräftebedarf der Zukunft wäre kein Problem, wenn mehr Betriebe so viel ausbilden würden wie GKN Driveline“, lobte Schnitzius. „An der hohen Ausbildungsquote hat GKN auch im schwierigen Jahr 2009 festgehalten. Das ist eine Strategie, die vorbildlich ist, und die sich für ein Unternehmen langfristig bezahlt macht.“ Worte, für die sich GKN-Geschäftsführer Wolfgang Huberti, Personalleiter Christof Zimmermann und Thomas Kratz, der beim Unternehmen für die Berufsausbildung zuständig ist, gerne Zeit nahmen.

Der Hersteller von Antriebselementen für die Automobilindustrie, vielen besser bekannt als GKN Löbro GmbH, beschäftigt allein in Offenbach an zwei Standorten 1660 Mitarbeiter. Stets werden rund 120 junge Leute ausgebildet, vor allem im Metall-, Elektro- und im kaufmännischen Bereich. Die Azubis vermittelt überwiegend die Offenbacher Arbeitsagentur: 2010 wurden bereits 16 von 65 offenen Ausbildungsplätzen mit den passenden Jugendlichen besetzt. Dabei hilft der jährlich stattfindende Ausbildungsbewerbertag, den die Arbeitsagentur für GKN ausrichtet. Interessierte Bewerber, und, vor allem für den technischen Bereich leider seltener, Bewerberinnen haben dann Gelegenheit, das Unternehmen aus der Nähe kennenzulernen.

GKN Driveline bildet in mehr als zehn Berufen aus - von der zweijährigen Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer bis zum Bachelor of Arts und Bachelor of Science. Bewährt hat sich vor allem das Konzept einer Stufenausbildung. In einer ersten Phase, die zwei Jahre dauert, werden die Jugendlichen aller Schulformen zu Maschinen- und Anlagenführern ausgebildet. Bei gutem Ergebnis bietet die Firma dann die Möglichkeit an, einen weiteren Abschluss zum Mechatroniker, Industriemechaniker, Werkzeug- und Zerspanungsmechaniker zu machen.

Weil die Ausbildungssituation längst nicht in allen Offenbacher Betrieben derartig rosig daherkommt, will das Team der Arbeitsagentur auch nach dem „Tag des Ausbildungsplatzes“ am Ball bleiben, um die Ausbildungschancen von Schulabgängern zu erhöhen. Die neueste Idee: Für Donnerstag, 27. Mai, lädt die Agentur zum ersten „Speed-Dating“ zwischen Ausbildungsbetrieben und Bewerbern. Im Mittelpunkt sollen hier Lehrstellen im kaufmännischen Bereich stehen, da mehr als 400 Jugendliche im Agenturbezirk in diesem Berufsfeld Fuß fassen wollen. „Speed-Dating“ bedeutet limitierte Gesprächszeiten und einen regen Wechsel der Gesprächspartner. So sollen Unternehmen in kürzester Zeit viele Bewerber treffen. Betriebe, die teilnehmen wollen, melden sich bis zum morgigen Mittwoch, 12. Mai, unter z 01801 664466 oder offenbach.arbeitgeber@arbeitsagentur.de an.

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