Klo-Problem und Kickers-Angst

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Trotz Wind und Regentropfen brachte die CDU Bieber am Samstag beim Frühlingsgrillen Würstchen an die Bewohner des Stadtteils. Unterm Strich blieb es eine fast interne Veranstaltung. Das Wetter vermieste der CDU ihr Frühlingsgrillen. Wenige kamen zum Gespräch unter die beiden Partypavillons.

Bieber - Trotz Wind und Regentropfen brachte die CDU Bieber am Samstag beim Frühlingsgrillen Würstchen an die Bewohner des Stadtteils. Unterm Strich blieb es eine fast interne Veranstaltung. Von David Heisig

Ob es mit dem Wetter stimmt oder nicht – meist wird die gute oder eben schlechte Beziehung zu Petrus als Rechtfertigung herangezogen. Gerade die braven Christenmenschen dürften wenigstens auf dem Papier den meisten Einfluss haben. Ginge es danach, war der Himmelspförtner den Bieberer Christdemokraten am vergangenen Samstag nicht wohlgesonnen. Realistisch gesehen war es einfach Pech, dass ausgerechnet am Wochenende der Frühling eine Pause und das Frühlingsgrillen der CDU Bieber auf dem Ostendplatz zu einer unterkühlten Veranstaltung gemacht hat. „Bis jetzt ist es eine interne Veranstaltung“, sagt Vorsitzender Michael Herzberg zu Beginn. Viel mehr werden es nicht. „Das letzte Mal hat es sogar geregnet, und sie sind gekommen“, ergänzt er.

2013 hat die Union das Grillen wiederbelebt. Geboren als traditionelles Angrillen im privaten Kreis, wurde es mit der Idee verbunden, das ganze Jahr öffentlich Präsenz zu zeigen. Die CDU wollte dem Eindruck entgegentreten, immer nur zu Wahlen rauszukommen.

„Die Leute sollen sehen, uns gibt’s“, erzählt Herzberg. Also wird gegrillt, werden Ostereier bemalt oder auf dem Nikolausmarkt Glühwein ausgeschenkt. 2013 seien 45 Leute gekommen. Nach Bekunden Herzbergs größtenteils keine Parteimitglieder, eher Vereinsvorsitzende. Warum es in diesem Jahr hapert, kann er sich nicht so recht erklären. Das Wetter allein könne es nicht gewesen sein, wird gemutmaßt. Obwohl aus dem Kreis Stimmen zu hören sind, so eine Aktion lasse sich in eine grillfreundlichere Zeit verlegen.

Genug wunde Punkte

Wunde Punkte gebe es genug, meint Herzberg: Bieber-Nord, die Straßensituation beim Kleintierzuchtverein Bavaria oder der Schulbau in Waldhof. Ein paar Gäste kommen dann doch – etwa die politische Konkurrenz in Form der FDP-Frau Monika Rinke mit ihrem Ehemann. „Jetzt ist das Treffen schon überparteilich“, schmunzeln die CDUler. Roswitha Schell aus dem Teelädchen, nach eigenem Bekunden ohne Parteibuch, wäre gern gekommen. Die Zeit von 11 bis 13 Uhr sei aber „wieder so beschissen“, erklärt sie lachend mit einem Augenzwinkern. „Weil ich da im Laden stehe“, entschuldigt sie sich.

Herzberg lässt es sich nicht nehmen, das Bratgut persönlich im Laden vorbeizubringen. Schell freut sich über die Geste. Ob „die einen da oben grillen oder die anderen da unten“, sei ihr egal, erklärt sie ihre Neutralität. Dass die Parteien ein offenes Ohr für die Bieberer haben, findet sie gut. Immerhin gebe es viel, das die Menschen im Stadtteil bewege. Etwa die Frage der öffentlichen Toilette am Ostendplatz. Jüngst beim Abschluss des Fastnachtsumzugs mit mehreren hundert Feiernden habe es Unstimmigkeiten gegeben, meint Schell. Das öffentliche WC war zu. Schell will bei der Stadt nachfragen, was da los gewesen sei. Immerhin sei dieses ja für diesen Zweck geschaffen, die Schausteller seien bereit gewesen, sich an den Kosten zu beteiligen.

Polizeieinsatz macht „richtig Angst“

Auch bei den Grillern auf dem Platz ist das ein Thema. Der Bieberer Gewerbeverein habe mit der Stadt ausgemacht, sich an den Kosten zu beteiligen. Also wird über die Schweinerei gemutmaßt. Oberbürgermeister Horst Schneider habe bei der Eröffnung des Platzes versprochen, das WC bleibe offen.

Auch wirkt bei vielen noch die Partie zwischen den Kickers und Waldhof Mannheim nach. „Richtig Angst“ habe man durch die Krawall machenden Fans bekommen können, heißt es aus der Runde. Auch über Umfang und Kosten des Polizeieinsatzes wird gemutmaßt. 1500 Polizisten sollen es gewesen sein. Wer das zahlt, wird gefragt.

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Die Enttäuschung ist den Aktiven schon ein wenig vom Gesicht abzulesen. Lohn in Form von reger Diskussion mit den Bürgern und der Chance, Werbung für die eigenen Parteiziele zu machen, hätte man sich schon gewünscht. Als es doch stärker zu nieseln beginnt, bleibt unter den Pavillons nur der harte Kern übrig. Ein offenes Ohr möchte dieser für die Bieberer immer haben, versichert Vorsitzender Herzberg.

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