Wer knallt, soll auch kehren

+
Verpackungen, Zündschnüre, Schnipsel: An Neujahr eine zumutbare Erinnerung, am 2. Januar aber schon ein Verstoß gegen den guten Vorsatz, die Stadt sauber zu halten.

Offenbach ‐ In diesem Jahr steckt hinter dem städtischen Aufruf, dass Offenbacher ihr Silvesterfeuerwerk bitte in Offenbach kaufen mögen, mehr als ein Bekenntnis zum heimischen Einzelhandel. Von Marcus Reinsch

Stadtwerke, Stadtdienstleister ESO und Ordnungsamt haben hochgerechnet, dass „das Gewicht der Raketen und Sterne, die in den Offenbacher Nachthimmel starten, um als Aschehäuflein zu verglühen, sicher viele Tonnen beträgt“. Heißt: viele Tonnen Müll, der nach Erwachen und Ernüchterung am Neujahrstag beseitigt werden muss. Also haben die nicht erst seit Start der Aktion „Besser leben in Offenbach“ der Verschönerung des Straßenraums verpflichteten Stadt-Ableger die Druckerpresse bemüht. Herausgekommen ist ein Zettel, den 40 hiesige Märkte Feuerwerk-Käufern mit in die Tüte legen. Botschaft: Wer knallt, soll auch kehren.

Dass der mit Neujahrswünschen verbundene Appell wahrgenommen, von manchen Zeitgenossen allerdings auch fatal als Flugblatt fehlinterpretiert wird, ließ sich bereits gestern vor dem Hit-Markt erkennen. Dort wehten bedauerlich viele Infozettel über den Parkplatz.

Große Bereitschaft des Handels

Unter anderem hier gibt‘s die städtische Böller-Beilage: Aldi, Extra Bau+Hobby, Hit, Lidl, Penny, Plus, Praktiker, Schlecker, Tedox, Tengelmann, Toom, Galeria Kaufhof und Ringcenter.

Ein Schuss nach hinten soll‘s trotzdem nicht werden. Die Stadt hofft unverdrossen auf einen Knalleffekt in den Hirnen jener, die bisher eher nicht Feuer und Flamme für die Einsicht waren, dass nicht oben bleibt, was gen Himmel geschossen wird. Zum Argument Sauberkeit kommt außerdem das der Sicherheit. „Nicht abgebrannte Feuerwerkskörper oder Blindgänger sind eine Gefahr für Kinder, auch liegen gebliebene Flaschen gefährden andere“, heißt es.

Ordnungsdezernent Paul Gerhard Weiß ist also froh „über die große Bereitschaft des Handels, bei der Aktion mitzumachen. Die Unternehmen zeigen, dass sie bereit sind, Verantwortung für den Umgang mit ihren Produkten zu übernehmen und einen Beitrag zur Sauberkeit in unserer Stadt leisten wollen.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare