Koch-Arena im Nordend

Köstliches gemischtes Doppel

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Karin Zein und Marcus Schenk servierten bei der zweiten Runde der Koch-Arena regionale Leckerbissen vor dem Stadtteilbüro an der Bernardstraße.  

Offenbach - „Enjoy your meal – lasst es euch schmecken – kalí órexi!“ Die Optionen, einander guten Appetit zu wünschen, sind so zahlreich, wie die Länderküche vielfältig ist. Von Harald H. Richter

Genussreiche Gaumenfreuden aus drei Ländern liefert die vom Quartiersmanagement im Stadtteilbüro Nordend initiierte Koch-Arena. So auch am Dienstagabend.

Vor zwei Wochen beim Auftakt hat das Team Nadine Gersberg/Markus Werner mit einem typisch amerikanischen Barbecue überzeugt. Diesmal setzen Karin Zein und Marcus Schenk regionale Leckerbissen auf den Speisenplan. Sie wollen den Nachweis führen, dass deutsche Küche nicht nur leicht sein, sondern aus besten Zutaten der Region bestehen kann.

Nicht mehr als 100 Euro für Zutaten

Und da – der Familie L’Abbate sei Dank – selbst der Mozzarella Offenbacher Ursprungs ist, gelingt der Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Kommenden Dienstag möchten Tulla Tsemeni und Sokrates Papaioanou mit Spezialitäten aus ihrer griechischen Heimat mediterrane Akzente setzen. Die gemischten Doppel haben eine besondere Herausforderung zu meistern: Sie dürfen, um alle zu verköstigen, nicht mehr als 100 Euro für den Kauf der notwendigen Zutaten ausgeben.

Bevor diesmal 20 Gäste an der vor dem Stadtteilbüro an der Bernardstraße gedeckten Tafel Platz nehmen und die Aufforderung „Es ist angerichtet!“ ergeht, wird so mancher Tropfen Schweiß vergossen. Das ist nicht nur den tropischen Temperaturen oberhalb der 30-Grad-Marke geschuldet. Vor allem am aufgebauten Holzkohlegrill ist es ziemlich heiß.

Ebenso wie die zu Bewirtenden leicht für das dreigängige Arena-Menü zu erwärmen sind, benötigen die Horsd’œuvres auf dem Bratrost nur wenige Augenblicke, bis sie die richtige Verzehrtemperatur erreicht haben. „Wir starten mit gefüllten Tomaten“, stimmt Quartiermanager Marcus Schenk Freunde und Gäste ein. Selbstgemachtes Pesto, kleine Mozzarellawürfel und Pinienkerne sollen die Geschmacksknospen, die bekanntlich auf der Zunge liegen, beim Verzehr des appetitanregenden Vorgerichts anregen und die Sinne schärfen.

Drinnen in der Küche hat Karin Zein unterdessen den Hauptgang vorbereitet. „Wir nennen ihn dreifaches Zweierlei.“ Mit des Rätsels Lösung hält sie nicht hinter dem Berg: Geflügelspieße in einer Würzsoße aus Honig und Senf sowie Schweinelendchen im Speckmantel in Bier-Marinade. Die beiden Salate bestehen aus gemischten Tomatensorten und grünen sowie gelben Bohnen. Dazu wird ofenfrisches Tomaten- und Basilikumbrot gereicht. Als fruchtige Nachspeisen kitzeln pikante Aromen den Gaumen: Süß-scharfes Erdbeer-Ketchup sowie Äpfel mit Ziegenkäse und Zwiebeln.

Deutschland-Menü mit Steak und Miniburgern

Das Deutschland-Menü steht im Kontrast zu dem, was unter US-Amerikanern gemeinhin als „BBQ“ beschrieben wird und das Koch-Duo Gersberg/Werner zum Auftakt des Kochwettstreits serviert hat. Miniburger als Appetizer auf Rucola-Avocado-Salat, saftige Steakstücke, bei mäßiger Temperatur in der heißen Abluft eines Holzfeuers gegart, dazu Maiskolben und Cesar’s Salad sowie Strawberry-Marshmallow-Spieße zum Dessert.

Auch die hellenische Speisenfolge verspricht Abwechslung. Tulla und Sokrates machen Appetit mit ihrer Ankündigung von gegrilltem Käse mit Salat als Vorspeise und zum Hauptgang Souflaki nebst delikaten Beilagen. „Wir wollen nicht schon alles verraten“, sagt Tsemeni und vermeidet es ins Detail zu gehen. Der Nachtisch bleibt bis nächsten Dienstag ein süßes Geheimnis.

Gleiches gilt für die Einschätzung des Bewertungskomitees, womit die Laienköche wohl am überzeugendsten punkten. Um diese entscheidende Frage geht es schließlich. Denn ihre Abwägung behalten die vier Jurymitglieder Marina Caktas, Andrea L’Abbate, Astrid Merger und Ingrid Walter noch in den Köpfen. Erst wenn alle drei gemischten Doppel ihr Können demonstriert und die Ergebnisse serviert haben, wird die Bewertung offen gelegt und der Sieger bekannt gegeben.

Originalität und Anrichten wird auch bewertet

Gewiss ist, dass die Originalität der Wettbewerbsgerichte eine Rolle spielt und als optisches Kriterium die Darreichung des Aufgetischten. Denn: „Das Auge isst bekanntlich mit“, sagt Ingrid Walter. Bewertet werden ferner Konsistenz, Geschmack und Schwierigkeitsgrad.

Bei allem Wetteifern um die Siegerwürde geht der Spaßeffekt nicht verloren. Und zur Freude am Kochen kommt die Befriedigung darüber, dass es den Geladenen schmeckt. Das ist heute nicht anders zu Zeiten des römischen Senators und Feinschmeckers Lucullus, der bekanntlich keine Gaumenfreuden ausließ und seine Gäste mit allerlei Genüssen reich bewirtete.

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