Köstlicher Hauch von Afrika

Eritreisches Geschwisterpaar eröffnet Café „L’afrique“

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Eden und Jonas Tesfay servieren in ihrem Café „L’afrique“ leichte Snacks mit eritreischer Note und kräftigen Wildkaffee aus Äthiopien.

Offenbach – Noch vor einem Jahr betrieb die Offenbacher Käserei L’Abbate dort eine Pasta-Bar, davor war dort ein Burgerlokal mit Halal-Fleisch zu finden. Von Veronika Schade

Nun hat ein neues Café die freien Flächen im „Geschäftshaus Marktplatz Offenbach“ an der Bieberer Straße 1-7 bezogen – und beendet hoffentlich die Zeiten des ständigen Mieterwechsels. Die ersten Eindrücke vom am Jahresanfang eröffneten „L’afrique“ sind jedenfalls vielversprechend.

Ein Café, das sich durch seine afrikanische Note von der Masse abhebt, das ist die Idee der aus Eritrea stammenden Inhaberin Eden Tesfay und ihres Bruders und Geschäftsführers Jonas Tesfay. Eden Tesfay betreibt bereits seit elf Jahren das Restaurant „Savanna“ in Frankfurt. Es läuft gut, ist aber durch die abendlichen Öffnungszeiten nicht gerade familienfreundlich. „Ich habe zwei Kinder, meine Tochter ist zweieinhalb, und ich möchte mehr Zeit für sie haben“, sagt sie. So entstand der Wunsch, auf ein Café umzusteigen, das tagsüber geöffnet und abends sowie sonntags geschlossen hat.

Dass dieser sich ausgerechnet in Offenbach erfüllen würde, hätte die Frankfurterin vorher nie für möglich gehalten. „Ich habe ehrlich gesagt lange überlegt, als mir die Räume angeboten wurden“, gesteht die 42-Jährige lächelnd. „Von Offenbach hatte ich bis dahin nicht viel Gutes gehört.“ Dennoch fährt sie hin, um sich ein eigenes Bild zu machen, und ist positiv überrascht. „Der Wochenmarkt in unmittelbarer Nähe ist sehr schön, es wird gebaut in der Stadt, es tut sich eine Menge.“ So beginnt das Geschwisterpaar im August vergangenen Jahres mit der Renovierung – vergangene Woche war Eröffnung. „Wir bekommen viel positives Feedback“, freut sich Jonas Tesfay. „Die Leute sagen, unser Café ist eine Bereicherung.“

Die Essenz eines Cafés ist der Kaffee selbst – und der sucht in Offenbach seinesgleichen. „Kaffa heißt er, es ist ein Wildkaffee aus Äthiopien, aus fairem Anbau und besonders aromatisch“, berichtet Eden Tesfay. Wer auf den köstlichen Wachmacher auch zuhause nicht verzichten möchte, kann im Mini-shop verschiedene Sorten erwerben, ebenso wie feinste „Menakao“-Schokolade aus Madagaskar. Ebenfalls im Angebot ist Wein aus Südafrika – aber auch Bio-Tee der französischen Marke „Løv“.

Aber auch für den kleinen Hunger kann das Café mit allerhand aufwarten. Dazu zählen Sandwiches wie „Temri“ mit Ziegenkäse, einer Nussmischung, Datteln und Karotten oder „L’afrique“ mit scharfem Rinderhackfleisch, Cheddarkäse, Mais und Karotten. Klassisches Weißmehl verpönt die Inhaberin: „Mir schmeckt es nicht, und es ist nicht gesund, deshalb biete ich es auch nicht an.“ In den Teig, der eigens frisch in einer Bäckerei hergestellt wird, kommen Zutaten wie Süßkartoffeln, Spinat, rote Beete oder Minze. „Und in jedem Essen stecken unsere besonderen Gewürze direkt aus Afrika“, sagt Eden Tesfay.

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So auch in den Salaten und den beiden Suppengerichten – der roten Linsen- und Erdnuss-Lauch-Suppe. Außerdem soll ein aus zwei wechselnden, warmen Gerichten bestehender Mittagstisch eingeführt werden. Mit Zutaten der eritreischen Küche wie Okra, Kichererbsen und Couscous. „Schnell, aber gesund“, so die Inhaberin, „und genug Auswahl auch für Vegetarier und Veganer.“

Seit 28 Jahren lebt die Familie in Deutschland, flüchtete damals vor dem Krieg in ihrem Heimatland. Die Essenskultur brachte sie mit, die Mutter ist Köchin. „An erster Stelle steht in Eritrea das gemeinsame Essen, eine große Platte in der Tischmitte, von der sich jeder bedient“, erklären die Geschwister. „Schon im Restaurant Savanna hat Mama gekocht, auch hier steht sie uns mit Tipps zur Seite. Ohne Mama geht im Leben nichts.“

Demnächst online: lafrique-cafe.de

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