Kohlenstoffdioxid-Austritt

Angst vor weißer Gaswolke

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Bild vom Einsatzort

Offenbach - „Die Kühlung läuft wieder stabil, kein Gasaustritt mehr“, krächzt die Stimme aus dem Sprechfunkgerät, das vor der Brust von Michael Eiblmaier baumelt. Von Matthias Dahmer

Es ist 11.35 Uhr, als der Einsatzleiter und Vize-Chef der Offenbacher Feuerwehr gestern auf der abgesperrten Senefelderstraße Entwarnung geben kann. Ein Großeinsatz der Feuerwehr, der mit einer weiträumigen Absperrung und des Viertels zwischen Senefelder, Waldstraße und Odenwaldring verbunden ist und bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde, neigt sich dem Ende zu.

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CO2-Austritt auf Transbest-Gelände

Begonnen hat er eineinviertel Stunden zuvor, genauer um 10.16 Uhr, mit einem bei der Leitstelle eingehenden Notruf über den Austritt von Kohlendioxid (CO2) bei der Spedition Transbest an der Senefelderstraße 178. Durch einen – wie sich später herausstellt – technischen Defekt ist die Kühlung für das als Löschmittel bei der Spedition gelagerte Kohlendioxid ausgefallen, so dass zehn Tonnen des farb- und geruchlosen Gases zischend aus den zylindrischen Gastank ähnlichen Behältern entweichen. In der gestern gegebenen Konzentration kann das Gas Schwindel hervorrufen, stärker verdichtet sogar Bewusstlosigkeit bis zum Tod. Weil der Stoff an diesem neblig feuchten Dezembertag sogleich an der Luft kondensiert, wälzt sich eine mächtige weiße Wolke aus der Tiefgarage der Spedition auf die Senefelder. Weil CO2 schwerer ist als Luft, bleibt sie weitgehend in Bodennähe.

Dreigeschossige Bürogebäude geräumt

Zuvor schon waren die Firmenräume sowie das dreigeschossige Bürogebäude der angrenzenden Bodo Möller Chemie GmbH geräumt worden, Anwohnern in der unmittelbaren Nachbarschaft wurde per Lautsprecherdurchsagen geraten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Ein Großaufgebot, bestehend aus insgesamt 50 Einsatzkräften der Berufsfeuerwehren Offenbach und Frankfurt, der Freiwilligen Feuerwehr Offenbach und dem Gefahrstoffmesszug des Kreises, ist am Ort des Geschehens. Um 11.15 Uhr ist der Gasaustritt an den defekten Behältern gestoppt. Das entwichene CO2 verflüchtigt sich aufgrund der Wetterlage indes nur langsam. Gleichzeitig untersuchen mit Atemschutzmasken ausgerüstete Feuerwehrleute die Kellerräume angrenzender Gebäuden auf eventuell erhöhte Konzentrationen an Kohlendioxid. Auch da gibt es bald Entwarnung, so dass nach Entlüftung der Tiefgarage, in der eine leicht erhöhte CO2-Konzentration gemessen wurde, der Einsatz um 12.50 Uhr beendet ist.

Bilder vom Einsatzort

Kohlenstoffdioxid-Austritt auf Transbest-Gelände

Noch während der Gas-Einsatz an der Senefelderstraße läuft, rasen weitere Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht auf dem Odenwaldring Richtung Westen. Grund ist ein ausgelöster Alarm in einem Geschäftsgebäude an der Kaiserleistraße. Dort war es – wie später festgestellt wird –zu einem Kurzschluss in einem Technikraum für Mess- und Regeltechnik gekommen, der die automatische Brandmeldeanlage auslöste.

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