Kollwitz-Lehrer vor Parlament

Offenbach (mk) ‐ An der Käthe-Kollwitz-Schule sind viele sauer. Ein Großteil der gut 1200 Schüler und etwa 90 Lehrer. Grund: Sie fürchten eine Billigsanierung des Schulgebäudes - ohne die aufwändige und teure Entfernung asbesthaltiger Bauteile.

Ihren Unmut machen zumindest nun die Lehrer öffentlich. Sie fordern eine „sofortige umfassende Schulsanierung“. Der Personalrat der KätheKollwitz-Schule, Berufsschule mit verschiedenen Schulformen, wird am morgigen Donnerstag, 3. Dezember, ab 14 Uhr die Stadtverordneten auf deren Weg in ihre um 15 Uhr beginnende Sitzung im Rathaus begrüßen. „Wir wollen die Parlamentarier über den baulichen Zustand unserer Schule informieren“, heißt es. Dies hatte eine Personalversammlung der Schule einstimmig beschlossen.

Die Lehrkräfte sind sehr besorgt, weil der Zustand mancher Räume „ein Unterrichten geradezu unmöglich macht“. Die Weisheit der skandinavischen PISA-Gewinner, der Raum sei der dritte Lehrer in jeder Klasse, verkehre sich an dieser Schule in ihr Gegenteil. Dass nun die Schule nicht mehr umfassend saniert werden soll, sorge an der Schule für große Empörung.

Gefährdung durch Asbest befürchtet

Auf völliges Unverständnis trifft die Absicht, die mehr als 30 Jahre alten Asbestzementplatten an der Schule zu belassen, „die durchlöchert, angebohrt, gebrochen, an Bruchstellen geklebt und wieder gebrochen, zerkratzt und verwittert sind“. Die Gefährdung durch frei werdende Asbestpartikel, von denen ein einziges ausreiche, um Lungenkrebs auszulösen, wolle das Kollegium nicht länger ertragen. „Mein Vater war Architekt und kannte sich mit Asbest hervorragend aus. Ein Gebäude mit derart beschädigten Platten hätte er nicht betreten“, schildert eine ungenannte Lehrerin.

Viele Kollegen hätten bereits mit gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen, die ihre Ärzte auf den baulichen Zustand der Schule zurückführen. Dabei handele es sich etwa um Allergien, Atemwegs- und Hauterkrankungen, die sich an anderen Orten deutlich bessern. Die Lehrkräfte wollen nun am Donnerstag die Stadtverordneten auffordern, eine sofortige umfassende Sanierung der Schule zu beschließen.

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