Komiker im Rotationsprinzip

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Abdelkarim, Marokkaner aus Bielefeld, meistert seinen Alltag real sowie im virtuellen Netzwerkwahn mit originaler Kunstlederjacke und Hilfe von Papa.

Offenbach (kat) - Ein Abend, sechs Komiker und genauso viele Veranstaltungsorte. Trotzdem bleibt das Publikum auf seinen Stühlen sitzen, muss nicht von einer Bar zur nächsten tingeln. Statt dessen tun das die lustigen Unterhalter.

Für die erste Komische Nacht Offenbach am Mittwoch, 25. Januar, kauft der Zuschauer die Karte für seine Lieblingskneipe. Zusätzlich zu Speisen und Getränken bekommt er ab 19.30 Uhr einen Spaßvogel nach dem anderen serviert. Nicht „Wen will ich sehen?“, sondern „Wo will ich sehen?“ lautet die entscheidende Frage. Zur Auswahl stehen dafür die Lounge Offenbach, das Markthaus am Wilhelmsplatz, der Wiener Hof in Bieber, das Berliner 109, das KJK Sandgasse und die Weinstube.

Comedy in der Lieblingskneipe

In zahlreichen norddeutschen Städten war das Veranstaltungskonzept bereits sehr erfolgreich. Der Verein Offenbach am Meer holt in Zusammenarbeit mit unserer Mediengruppe und der Kulturagentur „Mit uns kann man reden“ den Comedy-Marathon erstmals in die Lederstadt. „Bei der Gestaltung der Komischen Nacht war es uns wichtig, einen Querschnitt der aktuellen Comedyszene in Deutschland zu geben“, erläutert Veranstalter Kai Schmidt (Offenbach am Meer).

Die sechs Komiker und Kabarettisten, die den Angriff auf das Zwerchfell starten, sind in ihrem Metier längst keine Unbekannten mehr. Nach regelmäßigen Auftritten im „Quatsch Comedy Club“, bei „Nightwash“ und beim Fernsehsender Comedy Central befinden sich Don Clarke, Cloozy Haber, Serhat Dogan, Abdelkarim, Michael Eller und Henning Schmidtke auf dem Sprung in die erste Liga der deutschen Lachkultur. Mit Blödelbarde und Frau-Deutsch-Übersetzer Mario Barth standen sie zum Teil auch schon auf der Bühne.

Berlinerin Cloozy Haber hat viele Gesichter. Mal gibt sie die Hamburger Sekretärin Helga Raspel, die mit ihrem Kaktus spricht, dann verwandelt sie sich in die schlecht gelaunte Berliner Straßenmusikerin Karin oder die sexuell offensive Wiener Galeristin Leni von Resi. Wenn sie auftritt, heißt es: Bitte einsteigen zur Achterbahnfahrt durch den Irrsinn der scheinbaren Normalität.

Sechs Komiker und Kabarettisten in Offenbach unterwegs

Der gebürtige Engländer Don Clarke wohnt schon seit 28 Jahren in Deutschland. Über die Eigenheiten der deutschen Sprache wundert er sich trotzdem noch. So ist für Briten beispielsweise die Buchstabenfolge „ie“ oder „ei“ kaum auseinander zu halten. Grundsätzlich hatte Mister Clarke damit nie ein Problem – bis er in den Lauenburger Schießverein eintreten wollte...

Mit interkulturellen Unterschieden setzt sich auch Serhat Dogan auseinander – vor allem in Bezug auf den völkerverbindenden Sport Fußball. Seine Beobachtungen ergaben: Im Stadion singen die deutschen Fans „Schiri, wir wissen, wo dein Auto steht“, während die türkische Kurve „Schiri, ich weiß, wo deine Mutter ist“ anstimmt.

Michael Eller wird gern mal als „der charmante Drecksack aus Frankfurt“ beschrieben. Zum Teil umschreibt ihn das recht trefflich: Eller nimmt selten ein Blatt vor und noch seltener in den Mund. Dafür aber umso häufiger sich selbst und andere auf die Schippe und greift in seinen Programmen den ganz alltäglichen Wahnsinn auf.

Ein Abend mit Henning Schmidtke verspricht quirlige Standup-Comedy mit einem Kabarettisten, der geistreich Politik und Alltag hinterfragt. Das Ganze mit Niveau, trotzdem zum Brüllen komisch und alles in einer Person. Seine musikalische Begleitung spielt er selbst und auf dem Klavier – von Mozart bis Madonna.

Abdelkarim ist ein Marokkaner aus Bielefeld. Es kann halt nicht allen gut gehen. Und trotz seiner Träume ist er auf dem Boden geblieben. Im wahren Sinne der Wörter. Er hat immer (k)eine Lösung parat und einen besten Freund des Grauens: den Straßenflüsterer Ali.

Alle sechs Künstler treten bei der Komischen Nacht Offenbach für jeweils 25 Minuten auf, bevor sie die Bühne für ihren Nachfolger räumen. Verpassen geht nicht.

Eintrittskarten zu 14 Euro gibt es in den beteiligten Lokalen und an den üblichen Vorverkaufsstellen. Einlass ist ab 18.30 Uhr, Beginn eine Stunde später.

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