Komische Nacht

„Einer besser als der andere“

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„Woran erkennt man, dass Männer ohne Frau shoppen? An den Löchern in den Socken.“ Benni Stark gab Anekdoten aus seinem Alltag als Herrenausstatter zum Besten.

Offenbach - Acht Comedians, acht Spielorte, 750 verkaufte Karten. Die Komische Nacht erwies sich auch in der sechsten Auflage als Publikumsmagnet. Während die kleineren Lokale wieder schnell ausverkauft waren, kamen Kurzentschlossene im KJK Sandgasse oder Hafen 2 unter. Von Jenny Bieniek 

Erstmals mit dabei: das Ledermuseum. Wer zur Komischen Nacht will, hat im Vorfeld zwei Möglichkeiten: Entweder er sichert sich ein Ticket fürs eigene Stammlokal und lässt sich überraschen. Oder aber er entscheidet sich je nach der Künstlerzusammenstellung für einen bestimmten Spielort. Weil Letzteres angesichts der Vielfalt an Comedians nicht einfach ist, wählen die meisten Besucher Lokal statt Programm. Kein Wunder: Bei „Fünf aus Acht“ dürfte am Donnerstagabend hier wie dort ohnehin für jeden etwas dabei gewesen sein. Nach dem Rotationsprinzip tingelten erneut Komiker durch Offenbacher Lokale, um die Lachmuskeln des Publikums zu beanspruchen. Neben bekannten Gesichtern wie Serhat Dogan und Götz Frittrang, die in der Vergangenheit bereits mit von der Partie waren, gaben sich auch der Grieche Costa Meronianakis als bewegungsfreudiger Tanzlehrer und Sprachvermittler, der frisch gebackene Abiturient Fabian Köster und Magier Marc Gettmann die Ehre, der wegen Terminproblemen kurzfristig für Atze Bauer eingesprungen war.

Mit einem sprechenden Donut, der Angela Merkels Mimik drauf hat, begeisterte Bauchredner Tim Becker.

Einen überaus gelungenen Einstand gab Benni Stark, der sich zur Verwunderung der Zuschauer mit Buh-Rufen empfingen ließ und von seinem leidvollen Kaufhaus-Alltag mit beratungsresistenten Ehemännern, PC-süchtigen Teenagern auf der Suche nach einem Konfirmationsanzug und jenem Kunden erzählte, der ihm beim Abstecken der Hose ins Gesicht gefurzt hatte. „Aber der Kunde ist nun mal König. Wenn er will, darf er gleich nochmal!“, entrüstete sich Stark – und erntete reichlich Beifall. Bei Bauchredner Tim Becker reichte der Anblick seiner Donut-Handpuppe, um die Lacher auf seine Seite zu ziehen. Auch mit dem schwerhörigen Hippie Joe und dem übel gelaunten Zauberkaninchen („Ich zünd’ euch die Hütte an!“) unterhielt er das Lokal bestens und holte einen Lacher nach dem anderen aus Koffer und Hut. Was 2012 mit sechs Spielorten in Offenbach seinen Anfang nahm, hat sich inzwischen zu einem echten Selbstläufer entwickelt. Das bestätigt auch Familie Gotesdiner, die mit ihrem „Don Pedro’s am Pool“ zum dritten Mal an der Komischen Nacht teilnimmt. „Der Großteil der Besucher kommt auch beim nächsten Mal wieder“, weiß Gastronomin Valeria Gotesdiner. „Viele wollen sogar möglichst wieder am selben Platz sitzen“, so ihrer Erfahrung.

Marshmellow-Spieße am Feuer in der Pause

In der Pause stehen die Besucher mit Marshmellow-Spießen am Feuer auf der Terrasse zusammen und sind voll des Lobes: „Da ist ja einer besser als der andere“, findet ein zufriedener Besucher. Und Sabine, die von Magier Marc Gettmann als Assistentin für einen Kartentrick auf die Bühne geholt wurde, versichert: „Ich hab mich angestrengt, genau hinzugucken. Gesehen hab ich trotzdem nichts.“ Enddreißiger Andreas Weber skizziert die zwar nicht immer appetitlichen, aber hochamüsanten Alltagsgewohnheiten eines frischgebackenen Junggesellen und wundert sich: Wer braucht wiederverschließbare Schokoladenpackungen? Wie kann ein fast leeres Duschgel wochenlang reichen? Und wie unterscheidet sich die Farbe „freundliche Tanne mit einem Stich umgekippter Gartenteich“ von normalem Grün? Weber spricht langsam, agiert minimalistisch, lässt seinen Pointen Zeit zum Wirken. Und Hemden kauft er nur deshalb hauteng, weil er sich so das Bügeln spart. „Die Leute zieht es vor allem in die Gastronomie“, weiß auch Veranstalter Kai Schmidt, denn dort ist es gemütlicher „und die Atmosphäre meist bombastisch“.

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Schade nur, wenn eine kleine Publikumsgruppe, wie zuletzt im Markthaus, diese durch anhaltende Zwischenrufe zunehmend stört. Die nächste Komische Nacht ist für Februar geplant, voraussichtlich mit einer weiteren Location.

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