Arena-Bau im Kaiserlei

Kommentar: Bitte ohne Offenbach

Ein Offenbacher Oberbürgermeister hat Offenbacher Interessen zu vertreten. Und in Offenbacher Interesse ist eine Beteiligung am Bau einer Multifunktionshalle im Kaiserlei nicht. Von Frank Pröse

Bisher sah das auch Horst Schneider so, wurde er doch zuletzt mit den Worten zitiert: „Eine solche Arena wäre ein Attraktivitätsgewinn; die Metropolregion Rhein-Main braucht eine solche Halle. Aber Offenbach braucht diese Halle nicht.“.

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Nun gibt es durchaus Fachleute, die keinerlei Notwendigkeit für den Bau einer Riesen-Arena in der Region erkennen können, wenn sie Rhein-Main-Sentimentalitäten ausblenden und die finanziellen Aspekte beleuchten, was ja so verkehrt nicht sein kann. Mit Basketball und Eishockey jedenfalls sind die Kosten nicht zu erwirtschaften. Außerdem stellt sich wieder einmal die Frage, ob es Aufgabe der öffentlichen Hand ist, Vereine bundesweit konkurrenzfähig zu machen, wie Frankfurts OB Peter Feldmann für die Arena argumentiert. Am Bieberer Berg lässt sich besichtigen, wie so etwas in die Hose gehen kann; wie sportlicher Misserfolg Auswirkungen auf die Finanzierung hat. Und kulturell? Um die bestenfalls zehn Hände voll Stars, die eine solche Arena garantiert füllen könnten, balgen sich längst eingeführte Veranstaltungsorte ähnlichen Kalibers. In diesem Haifischbecken lässt sich nur schwer Beute schnappen, es sei denn über den Preis.

Fest steht: Sport und Kultur sind auch in einer Arena eher Zuschussbetrieb als Geschäft. Gesucht wird demnach ein Investor, der finanziert, baut und den Betrieb selbst sponsert oder sponsern lässt. Das darf gern ein Frankfurter sein. Schade nur, dass Offenbachs Oberbürgermeister nicht bei seiner Linie geblieben ist und sich jetzt plötzlich anteilig auch an Planungskosten beteiligen will. Das ist nicht im Interesse seiner hochverschuldeten Stadt. Die soll mit Grund und Boden helfen und großzügig auf die Hälfte der erhofften steuerlichen Erträge verzichten. Die Frankfurter können sich solche Abenteuer leisten, Offenbach darf es nicht.

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